KI bricht Hubble-Archiv in 2,5 Tagen auf: Was sie über unseren Kosmos verschweigt

Haben Sie sich jemals gefragt, was die Astronomen übersehen, wenn sie stundenlang durch Teleskopbilder starren? Wir reden hier nicht von Langeweile – wir reden von Datenmüll in astronomischem Ausmaß. Stellen Sie sich vor, Sie suchen in einem Haufen von hundert Millionen digitalen Fotos nach einer einzigen, fehlplatzierten Briefmarke.

Genau das war die Aufgabe. Doch jetzt hat eine KI diese Mammutaufgabe in weniger als drei Tagen erledigt und dabei fast 1400 kosmische Anomalien gefunden. Über 800 davon waren den Experten völlig unbekannt. Dieses Wissen ist aktuell nur Insidern bekannt, aber es verändert, wie wir das Universum sehen.

Der Datenberg, der selbst Experten überfordert

Das Hubble-Teleskop liefert seit 35 Jahren Daten ohne Unterlass. Diese riesigen Archive sind ein Schatzkästchen, aber auch eine Falle. Für menschliche Forscher ist es unmöglich geworden, jede einzelne Aufnahme akribisch zu prüfen. Man übersieht einfach die Nadel im Strohhalm – oder in diesem Fall, die kollidierende Galaxie im Bildrauschen.

Die Suche nach der kosmischer „Briefmarke“

Astronomen fanden seltene Objekte – kollidierende Galaxien, Gravitationslinsen oder Ringgalaxien – oft durch Zufall oder mühsame Einzelauswahl. Das ist ungefähr so effizient, als würde man in Deutschland versuchen, den perfekten Baumarkt-Rabatt für Dachlatten zu finden, indem man jeden Prospekt einzeln durchliest, anstatt einen automatischen Preisvergleich zu nutzen.

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Genau hier setzt die Neuerung an. Zwei ESA-Wissenschaftler trainierten ein neuronales Netz namens AnomalyMatch, das Mustererkennung auf Hochtouren betreibt.

Was die KI wirklich gesehen hat – und was wir verpassen

Das System analysierte fast 100 Millionen Bildausschnitte. Was die Ergebnisse so schockierend macht: Nach der automatischen Durchsicht prüften die Wissenschaftler die verdächtigen Funde persönlich. Über 1300 Fälle bestätigten sich! Mehr als 800 davon tauchten erstmals in der wissenschaftlichen Literatur auf. Das ist ein gigantischer Sprung.

  • Kollidierende Giganten: Viele Anomalien waren Galaxien, die entweder verschmolzen oder sich stark beeinflussten und dabei bizarre Formen annahmen.
  • Kosmische Verzerrungen: Zahlreiche Gravitationslinsen, bei denen ein Objekt im Vordergrund das Licht weiter entfernter Galaxien in Bögen oder Kreise verzerrt.
  • Die wirklich Seltsamen: Es gab „Quallen-Galaxien“ mit Gasschwänzen und sogar planetenbildende Scheiben, die wir seitlich sahen – sie sahen aus wie ein gestapelter Hamburger.

Was aber die Forscher am meisten fesselte, waren **einige Dutzend Objekte, die gänzlich außerhalb jeder bekannten Klassifikation lagen.** Wir haben buchstäblich neue Dinge im All gefunden.

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Ihr Ausblick: Das Ende des astronomischen Datenstaus

Pablo Gómez meint: „Das ist eine fantastische Anwendung der KI, um das wissenschaftliche Potenzial des Hubble-Archivs zu maximieren. Es zeigt, wie nützlich dieses Tool für alle zukünftigen Datenmengen sein wird.“

Und diese Datenmengen werden gigantisch! Denken Sie nur an:

  • Den Euclid-Teleskop der ESA, der gerade Milliarden Galaxien kartiert.
  • Das Vera C. Rubin Observatorium in Chile, das zig Petabyte an Bildern sammeln wird.
  • Das kommende Nancy Grace Roman Weltraumteleskop.

Wenn wir diese kommenden Datenfluten manuell analysieren müssten, wären wir im nächsten Jahrhundert noch dabei. Genau diese KI-Tools sind jetzt unser wichtigstes Werkzeug, um nicht im Informationsmeer zu ertrinken. Sie könnten uns Objekte zeigen, die wir uns nicht einmal vorstellen konnten.

Was denken Sie: Wenn in den nächsten zehn Jahren durch solche KIs noch mehr unbekannte Phänomene auftauchen – werden wir dann unser Verständnis des Universums komplett umschreiben müssen, oder sind diese Anomalien nur seltene Ausnahmen?

Philip Wienberg
Philip Wienberg

Co-founded Germany's first alcohol-free craft beer brand in 2018. Now a freelance Copywriter & Creative Director with 15+ years in top German ad agencies. Led teams of 30+ creatives, winning 100+ awards together - some even for real work, not just the award circuit.

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