Sie dachten, eine Kreuzfahrt ist der ultimative Familienurlaub? Denken Sie nochmal nach. Ich habe über 25 dieser Schiffe von innen gesehen, aber auf meiner letzten Reise mit der Familie habe ich einen Fehler gemacht, der mich fast jeden Morgen mit einem blauen Fleck aufgeweckt hat.
Es ging um die Kabine. Wir hatten gespart und einen Top-Deal erwischt – dachten wir zumindest. Doch als wir an Bord der Regal Princess gingen und die vier Betten sahen, die auf 21 Quadratmeter gequetscht waren, wurde mir schlagartig klar: Ein Schnäppchen ist kein Schnäppchen, wenn man darin nicht einmal richtig sitzen kann. Wenn Sie mit Teenagern verreisen, müssen Sie DIESEN einen Punkt vor der Buchung prüfen, oder Sie erleben das gleiche Tetris-Spiel auf engstem Raum.
Der Schockmoment: Wo sind denn die anderen zwei Betten?
Wir buchten eine Kabine für vier Personen. Klingt doch simpel, oder? Nicht auf See. Ich hatte die Buchung während einer anderen Reise abgesichert und dachte, ich hätte alles im Griff. Wochen später, auf dem Schiff, sah ich erst einmal nur zwei Einzelbetten am Boden.
Panik? Ein wenig. Aber unser Kabinensteward war schnell zur Stelle und erklärte das „Geheimnis“: Zwei weitere Einzelkojen waren elegant in die Decke geklappt. Jeden Abend klappte er sie für die Kids herunter, jeden Morgen wieder hoch.

Das Problem war nicht der Platz zum Schlafen – es war der Platz zum Leben
Dort, wo die oberen Betten heruntergelassen wurden, hatten mein Mann und ich keine Chance, uns ordentlich hinzulegen und zu lesen. Die Kojen waren so nah an der Decke, dass man sich kaum aufrichten konnte. Mein erster Versuch endete mit einer unschönen Beule am Kopf!
Aber das war nur der Anfang. Die Leitern für die oberen Betten nahmen den einzigen freien Laufweg ein. Es verwandelte die Kabine in eine permanente Hindernisstrecke. Nachts, wenn alle schliefen, wurde der Weg zur Toilette zu einer riskanten Operation.
- Kein Platz zum Sitzen: Aufstehen im Bett war unmöglich.
- Leitern im Weg: Die Kabine wurde zur Kletterwand.
- Kein Platz für ein Doppelbett: Wenn wir die unteren Betten zusammenschieben wollten, blockierten die Leitern den Weg komplett.
Der entscheidende Unterschied, den Kreuzfahrt-Neulinge übersehen
Wir haben die Reise genossen – wir waren ja eh nur zum Schlafen und Duschen im Zimmer. Aber hier kommt der Unterschied, den ich gelernt habe und den man in Deutschland oft nicht bedacht:
Auf anderen Schiffen (oder bei anderen Anbietern) sieht die „Kabine für vier“ völlig anders aus. Auf Disney oder Carnival finden Sie oft ein Hauptbett und ein Sofa, das sich zur Liegefläche verwandelt. Das schafft mehr Raumgefühl. Bei diesem Modell waren wir auf vertikale Stapelung angewiesen.
Was unseren Ärger milderte? Der winzige Balkon. Auch wenn der Meerblick durch eine dicke Reling leicht eingeschränkt war, gab uns die frische Luft und das Tageslicht das Gefühl, nicht komplett eingesperrt zu sein. Ein Balkon macht bei beengten Verhältnissen den Unterschied zwischen Urlaub und Survival-Training.

Meine Lektion: Annahmen sind der Feind des guten Deals
Warum habe ich das nicht vorher gecheckt? Weil ich mich vom Preis blenden ließ und die kritischen Fragen vergaß. Ich habe mich darauf verlassen, dass „Kabine für vier“ immer gleich bedeutet.
Ich hätte es besser wissen müssen. Als erfahrene Reisende sollte man immer nach der genauen Konfiguration fragen. Wie ist die Aufteilung? Gibt es nur Etagenbetten, oder gibt es ein umwandelbares Sofa?
Mein Tipp für Sie, bevor Sie buchen:
- Suchen Sie auf YouTube nach Kabinenrundgängen für genau diesen Schiffstyp. Oft zeigen andere Passagiere die beengten Ecken, die die Reederei auf Hochglanzfotos ausspart.
- Wenn Sie Teenager haben, meiden Sie Kabinen, bei denen die Betten nicht mindestens theoretisch verschiebbar sind (also keine fest installierten Stockwerke).
- Wenn das Angebot zu gut erscheint, rufen Sie einen erfahrenen Kreuzfahrtberater an. Die wenigen Euro für eine Beratung sparen Ihnen eventuell Nächte mit Kopfschmerzen.
Wir würden diese Kreuzfahrt mit den Teenagern wieder machen, aber niemals wieder in dieser spezifischen Kabinenklasse. Haben Sie auch schon einmal so stark auf den Preis geschaut, dass Sie am Ende den Komfort geopfert haben? Teilen Sie Ihre schlimmste Kabinen-Erfahrung in den Kommentaren!









