Mit 45 in die Wechseljahre – und dann dieser krasse Wettkampf: Das Geheimnis ihrer Disziplin

Mit gerade einmal 45 Jahren kam die Diagnose, die viele Frauen fürchten: Postmenopause. Keine typischen Hitzewallungen, aber das Gefühl der Erschöpfung und ein plötzlicher Schreck über die eigene Vergänglichkeit. Anstatt das hinzunehmen, setzte sich die Autorin ein unmögliches Ziel: einen Half-Ironman, bevor sie 50 wird. Klingt verrückt? Besonders, weil sie eine Sache überhaupt nicht konnte: schwimmen.

Wir reden hier nicht von einer kleinen Feierabendrunde. Wir reden von 113 Kilometern Ausdauer – inklusive fast zwei Kilometern im eiskalten Wasser. Viele übersehen, dass es nicht nur um die Kilometer geht, sondern um den mentalen Umschwung, den so eine extreme Herausforderung erzwingt. Lesen Sie weiter, wenn Sie wissen wollen, warum diese Reise für sie wichtiger war als jeder Marathon.

Der Schock-Moment: Schwimmen war ein Fremdwort

Ich war immer aktiv. Aerobic, Zumba, Radfahren – mein Kalender war voll. Trotzdem betrachtete ich mich nie als „Sportlerin“. Das änderte sich, als die Hormone Achterbahn fuhren. Mein Motto ist: Ganz oder gar nicht. Also musste ran: Half-Ironman in weniger als einem Jahr.

Die größte Hürde war nicht die Distanz, sondern die Technik. Ich konnte mich über Wasser halten, ja. Über längere Strecken frei zu schwimmen, fühlte sich jedoch an wie eine Prüfung, die ich durchfallen musste.

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Knallharter Trainingsplan statt Ausreden

Mit nur sieben Monaten bis zum Ziel musste ich anders trainieren als jeder ambitionierte Hobbysportler. Zusätzliche vier Stunden täglich neben meinem Vollzeitjob als Trainerin. Das war brutal.

  • Disziplin über Motivation: Es gab Tage, an denen ich einfach nur aufgeben wollte. Der Schlüssel war, mich an den Plan zu halten, auch wenn die Füße brannten.
  • Energie-Management: Regeneration war wichtiger als die zusätzliche Einheit. Viele unterschätzen, wie sehr der Körper ab 40+ Pausen braucht.
  • Der mentale Anker: Mein Mann war entscheidend, als ich am Wettkampftag den Neoprenanzug wieder ausziehen wollte. Er erinnerte mich daran, wofür ich diese Strapazen auf mich genommen hatte.

Fast aufgegeben: Kurz vor dem Startschuss

Stellen Sie sich das vor: Sie stehen am Ufer des Brazos River in Texas, eiskaltes Wasser. Sie ziehen den Neoprenanzug aus – Sie sind fertig, bevor es angefangen hat. Mir ging es genauso in diesem Moment.

Aber hier kommt der Punkt, den keiner erwartet: Die körperliche Fitness war nur die halbe Miete. Die wichtigste Veränderung fand in meinem Kopf statt, lange bevor ich die Ziellinie sah.

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Die Wahrheit nach den 113 Kilometern

Sieben Stunden später hörte ich die Worte: „Sie sind eine Half-Ironman-Finisherin.“ Mein Körper fühlte sich stark an, keine Frage. Aber die wahre Transformation war nicht im Spiegel sichtbar.

Ich hatte gelernt, auf mich selbst zu hören und diese nagenden Selbstzweifel abzustellen. Das Gefühl, ein selbst gesetztes, schier unmögliches Versprechen einzulösen, gab mir eine Selbstermächtigung zurück, die ich seit Jahren vermisst hatte. Es war eine Wiederverbindung mit mir selbst in einer Lebensphase, in der man oft glaubt, man sei auf dem Absteigenden.

Mein Rat an alle Frauen Mitte 40 (und älter)

Ich erwarte nicht, dass Sie sich für einen Triathlon anmelden. Aber dieser Sport lehrt Sie, für sich selbst einzustehen, wenn es wehtut. Egal ob es Wandern, Radfahren oder Schwimmen im örtlichen Bad (selbst im Winter, wenn es sein muss!) ist: Fordern Sie sich heraus.

Älter werden ist nicht verhandelbar, aber wie wir damit umgehen, liegt in unserer Hand. Das Leben ist der ultimative Ausdauerwettkampf. Wann fangen Sie an, dafür zu trainieren?

Philip Wienberg
Philip Wienberg

Co-founded Germany's first alcohol-free craft beer brand in 2018. Now a freelance Copywriter & Creative Director with 15+ years in top German ad agencies. Led teams of 30+ creatives, winning 100+ awards together - some even for real work, not just the award circuit.

Artikel: 1807

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