Nachdem ich auf 6 Kontinenten gelebt habe: Dieser Ort brachte mir bei, was „Zuhause“ WIRKLICH bedeutet

Sie kennen das Gefühl: Ständig umziehen, Koffer packen, neue Regeln lernen. Man denkt, man sei anpassungsfähig, aber tief drinnen wartet man auf den Ort, an dem man einfach nur noch *bleiben* kann. Ich habe jahrelang gedacht, meine Heimat sei überall und nirgends – von Florida über Singapur bis in den Sudan. Doch erst ein kleiner Ort an der Küste der USA hat mir gezeigt, dass Heimat nichts mit Geografie zu tun hat, sondern mit einer einzigen, seltenen Zutat.

Wenn Sie auch das Gefühl kennen, dass Sie ständig etwas suchen, das Ihnen fehlt, dann lesen Sie weiter. Ich verrate Ihnen, warum dieser Ort meine jahrelange Suche beendet hat und was ihn von allen anderen Orten auf diesen sechs Kontinenten unterscheidet.

Der Marathon der Umzüge: Vom US-Vorort ins tropische Chaos

Ich bin in Florida geboren, aber mit 13 Jahren folgte der erste Schock: Singapur. Stellen Sie sich vor, Sie tauschen den Wasserski auf dem See gegen eine hypermoderne Insel voller Hochhäuser und Gerüche, die Sie nie zuvor gerochen haben. Damals dachte ich, das sei Abenteuer. Heute weiß ich: Es war die Schule für das, was noch kommen sollte.

Meine Karriere als Diplomatin zementierte diesen Lebensstil. Zehn Jahre lang war mein Hauptwohnsitz die nächste Ankunftshalle. Mosambik, Venezuela, Australien – alles faszinierend, aber immer der Gedanke im Hinterkopf: Das ist nur temporär.

  • Jeder Umzug bedeutete, das *alte* Ich zurückzulassen.
  • Die wahre Konstante im Leben ist die Veränderung – das habe ich gelernt, bevor ich es wirklich verstand.
  • Man glaubt, man braucht exotische Erlebnisse, aber oft fehlt das simple Fundament.

Die verblüffende Erkenntnis: Ich brauchte keine neuen Pässe, sondern neue Nachbarn

Nach all den Jahren voller Exotik landeten wir 2018 in Rhode Island. Ganz ehrlich? Es sah nicht exotisch aus. Es sah zunächst aus wie ein entspannter, amerikanischer Küstenort. Aber dann passierte etwas Unerwartetes.

Ich fand Elemente aus *allen* meinen früheren Stationen in diesem einen Bundesstaat wieder. Das Umweltbewusstsein? Wie in Australien. Die intensive Verbundenheit mit den Jahreszeiten? Das kannte ich aus Polen. Die fast schon überwältigende Wärme der Menschen? Die hatte ich zuletzt in Thailand gespürt.

Nachdem ich auf 6 Kontinenten gelebt habe: Dieser Ort brachte mir bei, was

Aber der entscheidende Unterschied war die Art der Verbundenheit. Bei uns in Deutschland oder in vielen anderen Stationen war das Verhältnis oft höflich, aber distanziert. Hier war es anders.

Warum Rhode Island das fehlende Puzzleteil war: Die Macht der freiwilligen Verpflichtung

Was mich dort festhielt, war nicht das Meer oder der berühmte Hummer. Es war die *Community*. Ich habe in meiner Praxis als vielgereiste Person oft gesehen, dass Menschen sich über ihre Arbeit oder Wohnung definieren. In Rhode Island definierten sich die Leute über das, was sie *gemeinsam taten*.

Ihre Nachbarn luden Sie nicht nur zum Grillen ein; sie überredeten Sie, im lokalen Blaskapelle mitzuspielen. Die Bäckerei war nicht nur zum Kaffee da, sondern auch Ausstellungsort für lokale Künstler. Die Menschen dort gehen freiwillig raus, um Strände zu säubern, Sportteams zu coachen oder alte Gebäude zu restaurieren.

Ein einfaches Beispiel, das mir in Erinnerung blieb: Ein Nachbar, kaum älter als ich, verbrachte seine Wochenenden damit, sich um historische Wegweiser zu kümmern. Warum? Weil er konnte und weil es der Gemeinschaft diente. Das ist die Art von selbstverständlichem Engagement, die man in Metropolen oft vermisst.

Dort wird Gemeinschaft nicht erwartet, sie wird aktiv geschaffen. Das gibt dem Ort eine Tiefe, die kein noch so schönes Panorama bieten kann.

Nachdem ich auf 6 Kontinenten gelebt habe: Dieser Ort brachte mir bei, was

Ihr ganz persönlicher „Rhode Island“-Moment (für den Alltag)

Sie müssen nicht sofort nach Amerika auswandern. Aber Sie können das Prinzip anwenden, um Ihr eigenes Gefühl von Zuhause zu finden, selbst wenn Sie in derselben Stadt leben wie seit dem Studium.

Hier ist der einfache Hack, den ich von dort mitgenommen habe:

  1. Wählen Sie eine lokale Sache, die Sie gerade nervt oder die Sie lieben. (Die Grünfläche nebenan, die Schulaufführung, der lokale Sportverein.)
  2. Nehmen Sie sich vor, im nächsten Monat EINE Sache beizutragen, die Sie nicht müssten. Das kann eine Stunde ehrenamtliche Hilfe sein oder das erste Mal, dass Sie einen lokalen Verein aktiv unterstützen.
  3. Koppeln Sie es an eine Gewohnheit. Beispiel: Immer wenn ich meinen Morgenkaffee hole, halte ich Ausschau nach einem Nachbarschaftsaushang.

Wenn Sie Teil von etwas werden, das größer ist als Ihr eigener Alltag, fühlen Sie sich sofort verwurzelt. Das ist der Klebstoff, den ich auf jedem anderen Kontinent gesucht habe.

Das Ende der Suche

2023 haben wir dort unser Haus gekauft. Es war unser kürzester Aufenthalt, aber der emotional längste. Nach vier Jahrzehnten bin ich zur Ruhe gekommen. Ich weiß, dass andere Abenteuer warten könnten, aber die Gewissheit, dass wir einen Anker haben, verändert alles – besonders, wenn Sie Kinder haben, die keine festen Wurzeln kennen.

Heimat ist also nicht die Summe der Länder, die Sie besucht haben. Es ist der Ort, an dem Sie bereit sind, Ihre Zeit *freiwillig* zu investieren, um ihn besser zu machen. Und genau das macht Jamestown, Rhode Island, jetzt zu unserem Zuhause.

Wie hat es sich bei Ihnen angefühlt, als Sie zum ersten Mal das Gefühl hatten: „Hier gehöre ich hin“? Teilen Sie Ihre Geschichte in den Kommentaren!

Philip Wienberg
Philip Wienberg

Co-founded Germany's first alcohol-free craft beer brand in 2018. Now a freelance Copywriter & Creative Director with 15+ years in top German ad agencies. Led teams of 30+ creatives, winning 100+ awards together - some even for real work, not just the award circuit.

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