Stellen Sie sich vor, Ihr lokaler Wetterdienst wüsste plötzlich nicht mehr, wie ein lokaler Sturm in **Erfurt** oder eine Hitzewelle in **Bayern** entsteht. Genau das droht jetzt, denn die Trump-Administration kündigt radikal das mächtigste Wetterforschungszentrum der USA, das NCAR, zu zerschlagen. Viele von uns checken täglich die App, um zu wissen, ob der nächste Grillabend ins Wasser fällt. Doch ab morgen könnten diese Vorhersagen wackeln.
Was hier gerade in Colorado passiert, ist mehr als nur bürokratischer Aufstand. Es ist der mögliche Bruch mit Jahrzenten wissenschaftlicher Grundlage, die auch Ihre Sicherheit hierzulande beeinflusst. Denn globale Wettermodelle basieren auf denselben Daten. Lassen Sie uns schauen, warum Experten das als „Abrissbirne am Fundament der Wissenschaft“ bezeichnen und was das für die Vorhersage von Extremwetter bedeutet.
Warum wird das „Mutter-Schiff“ der Wetterforschung abgewrackt?
Das National Center for Atmospheric Research (NCAR) in Boulder ist seit über 60 Jahren der Dreh- und Angelpunkt für unser Verständnis der Atmosphäre. Es geht nicht nur um den Wetterbericht morgen, sondern um das Verständnis von Dürren, Hurrikans und langfristigen Klimaveränderungen. Jetzt soll es laut dem Office of Management and Budget (OMB) dem Erdboden gleichgemacht werden – unter dem Vorwand, es sei eine Quelle des „Klima-Alarmismus“.

Der überraschende Vorwand: Politische Abrechnung?
Die offizielle Begründung liest sich wie ein politischer Schmähbrief: Man will „Green New Scam“-Forschung eliminieren. Doch die heimliche Wahrheit scheint enger mit lokalen Spannungen verknüpft zu sein. Ein hochrangiger Beamter deutete an, das Ganze sei eine Reaktion darauf, dass der Gouverneur von Colorado, Jared Polis, nicht genug mit der alten Regierung kooperiert habe. Man bestraft hier also eher einen Bundesstaat als eine Institution.
In meiner Beobachtung von solchen politischen Manövern fällt auf: Wenn ein Zentrum so essenziell ist, wird der Angriff fast immer über die Finanzierung und die Deutung der Forschung gelenkt.
- 700 Mitarbeiter betroffen: Das sind Experten, die jahrzehntelange Datensätze pflegen. Wer soll das in kurzer Zeit übernehmen?
- Grundlagenforschung vs. Anwendung: Die Regierung verspricht, „vitale Aktivitäten“ wie Wettermodellierung zu verlagern. Aber die *Grundlagenforschung*, die neue Modelle erst ermöglicht, fällt weg. Das ist, als würden Sie den Motor aus dem besten Auto ausbauen und versprechen, dass es trotzdem fährt.
- Verlust der Supercomputer-Macht: NCAR beherbergt Rechenleistung, die viele kleinere Unis oder Forschungseinrichtungen hierzulande gar nicht ansatzweise stemmen können.
Der versteckte Schock: Was wir wirklich verlieren
Die Wissenschaftler sind fassungslos. Die Chef-Klimatologin Katharine Hayhoe fasst es präzise zusammen: NCAR sei unser „globales Mutterschiff“. Wenn Sie das zerstören, nehmen Sie der gesamten Forschung die Referenzgröße weg.
Praxis-Beispiel, das Sie kennen: Der Tropensturm über dem Atlantik.

Der wichtigste Fortschritt hier war die Entwicklung der „GPS-Dropsonde“. Das ist ein kleines Gerät, das von Aufklärungsflugzeugen direkt in den Kern eines Hurrikans geworfen wird. Es liefert in Echtzeit Daten über Druck, Wind und Feuchtigkeit – vital, um zu wissen, ob der Sturm Kurs auf Miami oder New York nimmt. Die Dropsonde wurde bei NCAR verfeinert.
Wenn dieses Zentrum zerschlagen wird, verzögert sich nicht nur die Forschung. Es bedeutet, dass die Modelle, die uns vor dem nächsten extremen Unwetter schützen sollen, plötzlich auf **veralteten oder isolierten Datenströmen** basieren müssen. Für uns Bürger in Deutschland? Langfristig bedeutet das, dass die globale wissenschaftliche Basis für bessere Langzeitprognosen bröckelt – und das spüren wir bei der Planung von Ernten oder dem Hochwasserschutz.
Manche Gesetzgeber in Colorado sprechen offen von einer „rücksichtslosen und offen rachsüchtigen“ Aktion. Sie versprechen, mit allen Mitteln dagegen anzukämpfen.
Was denken Sie? Ist es wirklich nur ein politischer Streit zwischen dem Weißen Haus und einem Gouverneur, oder ist die kurzfristige politische Profilierung wichtiger als die langfristige Sicherheit unserer Wetterdaten?









