Schluss mit Stein: Deswegen nutzten unsere Vorfahren DIESES vergängliche Material, um Ur-Elefanten zu zerlegen

Stellen Sie sich vor, Sie graben im Garten und finden etwas, das alles auf den Kopf stellt, was Sie über die Steinzeit gelernt haben. Genau das ist Forschern in Griechenland passiert. Wir dachten immer, Stein war der Superstar der frühen Werkzeuge. Falsch gedacht! Ein Fund aus dem Peloponnes enthüllt, dass unsere direkten Vorfahren eine viel „weichere“ Technologie meisterhaft beherrschten, um riesige Tiere zu zerlegen. Wer wissen will, warum Holz so sensationell wichtig ist – und warum diese Funde beweisen, dass unsere Ahnen viel cleverer waren als gedacht – muss weiterlesen.

Der Schockfund: Warum Holz die bessere Waffe war

Holz. Ein Material, das wir meist schon nach wenigen Jahren wegwerfen, weil es verrottet. Genau deshalb ist diese Entdeckung so unglaublich selten und wichtig. Während wir in Deutschland noch die berühmten Schöninger Speere (ca. 300.000 Jahre alt) bestaunen, tauchen in Griechenland Werkzeuge auf, die locker 30.000 Jahre älter sind!

Katerina Harvati und ihr Team berichten im Fachjournal „PNAS“ über den sensationellen Fund auf der Halbinsel Peloponnes. Hier lagen sie: **Die ältesten eindeutig als Werkzeuge identifizierten Holzstücke der Menschheit.**

Nicht nur Steinzeit: Die heimliche Holz-Elite

Viele übersehen, wie viel Arbeit in etwas so Einfachem steckt. Annemieke Milks von der Universität Reading erklärt: Man kann nicht einfach einen Stock nehmen. Die bearbeiteten Stücke zeigen klare Spuren von menschlicher Intervention – Schnitt- und Schnitzspuren.

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  • Fundstück 1: Ein Stock aus Erlenholz, wohl benutzt, um im Sand zu graben oder Rinde abzuschälen.
  • Fundstück 2: Ein kleineres Objekt, vermutlich von Weide oder Pappel, ebenfalls bearbeitet.

Diese Werkzeuge beweisen: Schon unsere Vorfahren – wahrscheinlich frühe Neandertaler-Verwandte, lange bevor der Homo sapiens in Afrika auftauchte – hatten ein umfassendes Materialbewusstsein. Sie verließen sich nicht nur auf das, was hart war.

Der Ur-Elefant und die perfekte Konservierung

Was haben diese primitiven Holzstücke mit gigantischen Tieren zu tun? Die Fundstelle Marathousa 1 war vor 430.000 Jahren vermutlich ein Ufergebiet. Forscher fanden dort nicht nur Knochen von Flusspferden und Rothirschen, sondern auch das Skelett eines **zerlegten Ur-Elefanten**.

Mal ehrlich: Wie gut waren diese Werkzeuge wirklich? Sie waren offensichtlich robust und effizient genug, um ein ausgewachsenes Dickhäuter-Tier zu zerlegen. Das zeigt uns, dass die Definition von „komplexer Technologie“ viel früher beginnt, als wir dachten.

Der Clou, warum wir das heute sehen, liegt im Zufall der Geologie: Die Werkzeuge wurden schnell von feuchtem Sediment bedeckt. Das schloss Sauerstoff aus und verhinderte den Verfall. Ein Glücksfall, **der uns gerade jetzt einen Blick in die Köpfe dieser frühen Europäer** gewährt.

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Praktischer Nutzen: Wissen Sie, was wir heute noch falsch machen?

Denken Sie an Ihren letzten Campingausflug oder das Anfeuern des Grills, falls Sie im deutschen Hinterland leben. Wir greifen reflexartig zu Metall oder Stein. Die Archäologen zeigen uns aber einen wichtigen Punkt für unseren Alltag:

Der nicht-intuitive Hack: Nicht immer ist das härteste Material die beste Lösung für intensive Aufgaben. Holz bietet eine gewisse Elastizität, die Stein nicht hat. Wenn Sie das nächste Mal etwas im Garten bearbeiten oder Holz schnitzen müssen: Informieren Sie sich über die lokalen Holzarten (Eibe war bei den Kelten beliebt!). Manchmal ist ein gezielt (und nicht nur gebrochenes) Stück Holz durch seine Fasern besser geeignet als ein stumpfer Stein.

Diese Funde revolutionieren unser Geschichtsbild. Sie zeigen, dass die Linie zwischen „Steinzeit“ und „Holzzeit“ viel fließender war. Wir müssen unser Denken über Technologie an diese neuen Beweise anpassen.

Was denken Sie? Welche modernen Alltagsgegenstände würden in 100.000 Jahren als „primitive Werkzeuge“ gelten, weil wir sie weggeworfen haben?

Philip Wienberg
Philip Wienberg

Co-founded Germany's first alcohol-free craft beer brand in 2018. Now a freelance Copywriter & Creative Director with 15+ years in top German ad agencies. Led teams of 30+ creatives, winning 100+ awards together - some even for real work, not just the award circuit.

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