Vergessen Sie alles, was Sie über das Atmen gelernt haben. Wenn die Maschine versagt und der Sauerstoff knapp wird – wie in jenen schlimmen Pandemie-Nächten –, dann greifen Mediziner jetzt auf eine Methode zurück, die klingt, als wäre sie direkt aus einem bizarren Science-Fiction-Film entsprungen. Wir reden hier nicht über einen neuen Schlauch zur Nase.
Stellen Sie sich vor, Ihr Hausarzt würde Ihnen empfehlen, eine spezielle Flüssigkeit rektal zu verabreichen, um Ihre Sauerstoffsättigung zu erhöhen. Klingt absurd? Das dachte die gesamte wissenschaftliche Welt anfangs auch. Doch diese Forschung hat es sogar in die Schlagzeilen geschafft, weil sie das fundamentalste Körperglied neu definiert: die Lunge.
Der Fisch, der die Medizin veränderte: Warum der Po jetzt eine Rolle spielt
Die Inspiration für diese medizinische Drehung kam nicht aus einem sterilen Labor in Berlin oder Zürich, sondern von einem Süßwasserfisch. Genau, Sie haben richtig gelesen. Als der Vater des japanischen Arztes Takanori Takebe um sein Leben kämpfte, erinnerte sich Takebe an Gewohnheiten der Natur.
Viele Jahre lang widmete sich Takebe der Transplantationsmedizin. Doch die Covid-Krise verstärkte seine Suche nach Alternativen zur mechanischen Beatmung, die für Patienten oft extrem belastend ist. Der Schlüssel lag im Darmtrakt, einem Bereich, den wir normalerweise nur mit Verdauung in Verbindung bringen. Die Wissenschaft dahinter: Können wir Sauerstoff direkt in den Blutkreislauf „schmuggeln“?

Kontroverse und der Preis für Unsinn (der eigentlich genial ist)
Die Ergebnisse, die sein Team mit Schweinen und Mäusen erzielte, waren so schockierend gut, dass die Studie mit dem Ig-Nobelpreis ausgezeichnet wurde – jener Preis für Forschung, die zuerst albern wirkt, dann aber zum Nachdenken anregt. Takebe nahm den Preis mit einem Augenzwinkern entgegen:
- Er bedankte sich dafür, dass man an das Potenzial des Darms glaubte.
- Er trug einen Hut in Form des inspirierenden Fisches.
Ein Sieg für die Kuriosität, aber was bedeutet das für uns hier, wenn die Intensivstation überlastet ist?
Erste Tests am Menschen: Bauchschmerzen statt Lungenkollaps?
Die Angst vor dem Unbekannten ist groß. Würde der Körper diesen fremden Stoff akzeptieren? Forscher führten Tests mit 27 Männern durch. Hier ist das ernüchternde, aber wichtige Fazit, das Sie kennen müssen:
- Bis zu 1000 Milliliter der Spezialflüssigkeit (Perfluorodecalin, das Sauerstoff binden kann) wurden gut vertragen.
- Bei höheren Mengen (ab 1,5 Liter) klagten einige Probanden über Bauchschmerzen.
Was nach der Studie klar ist: Die Methode ist als sicher einzustufen. Was noch fehlt, ist der definitive Nachweis, dass die tatsächliche Sauerstoffaufnahme beim Menschen so dramatisch ist wie bei den Tieren. Die Lunge ist immer noch die beste Atemmaschine, die wir haben. Aber diese Methode könnte die **Überbrückung in kritischen Momenten** sein.

Praktischer Wert: Die Lücke, die Experten übersehen
Man muss kein Virologe sein, um den Wert dieser Forschung zu erkennen. Denken Sie an Bergrettungen, an extreme Notfälle in schlecht ausgestatteten Kliniken, oder an Situationen, in denen die Intubation selbst ein Risiko darstellt. Diese „Darm-Beatmung“ ist keinReplacement, sondern ein potenzieller Notfall-Boost.
Takebe selbst betont: Dies ist eine Ergänzung, kein Ersatz. Aber gerade in Deutschland, wo wir uns oft auf die Perfektion unserer Gesundheitssysteme verlassen, zeigt uns dieser Fisch, dass wir immer eine bizarre Backup-Option für den Ernstfall im Hinterkopf haben sollten.
Es wird noch Jahre dauern, bis diese Therapie klinisch etabliert ist, da nun Phase Zwei mit echtem Sauerstoff ansteht. Aber eines ist sicher: Der Darm hat gerade einen enormen Karriere-Sprung gemacht.
Was denken Sie über solche „verrückten“ Ansätze in der Medizin? Würden Sie einem Arzt vertrauen, der Ihnen vorschlägt, über den Anus Sauerstoff zu sparen? Schreiben Sie es in die Kommentare!









