Wir alle kennen diesen Moment: Du willst am Wochenende nach einer anstrengenden Woche mal kurz entspannen, vielleicht ein bisschen wandern, und dann stehst du vor einer Sehenswürdigkeit, die eigentlich spektakulär sein sollte, aber nur langweilig und überlaufen ist. Wenn du in der Region Niederschlesien unterwegs bist, gibt es einen Ort, den du nicht verpassen darfst, weil er eine Geschichte erzählt, die so unglaublich ist, als wäre sie einem Hollywood-Drehbuch entsprungen. Manchmal sind die größten Schätze direkt vor unserer Nase – man muss nur anders hinschauen.
Der „polnische Fuji“ ist kein Berg, sondern das blanke Innere der Erde
Die sogenannte „Kraina Wygasłych Wulkanów“ (Land der erloschenen Vulkane) erstreckt sich über 1300 Quadratkilometer in Niederschlesien. Viele denken dabei an nette, sanfte Hügel. Aber wir reden hier von Ostrzyca, liebevoll „polnische Fuji“ genannt. Aber hier kommt der Haken, den fast alle übersehen: Das, was du siehst, ist nicht der Vulkankegel selbst. Es ist der Neck – die versteinerte Magmakammer!
Was übrig blieb, nachdem der Berg verschwand
Stell dir vor: Vor etwa 15,5 Millionen Jahren bahnte sich glühend heißes Gestein seinen Weg nach oben. Heute ist die äußere Hülle längst erodiert. Was bleibt, ist der Basaltkern, der sich in der Erdader verfestigt hat. Das ist so, als würdest du den Kuchen wegschneiden und nur das Rezeptbuch zeigen – nur in Steinform und 367 Meter hoch.
- Kernstück: Was du erklimmst, ist der Überrest der Speiseröhre des alten Vulkans.
- Material:** Das harte Basaltgestein musste später in Steinbrüchen abgebaut werden.
- Beton für Warschau:** Ironischerweise wurde dieses Urgestein für den Bau des Kultur- und Wissenschaftspalastes in Warschau genutzt!

Vom Ladeplatz für Segelflieger zum Naturschutzgebiet
Wenn du heute dort oben stehst, siehst du nur Natur. Doch die Geschichte ist verrückt. Gerade im Raum Złotoryja, wo der nahegelegene Steinbruch Wilcza Góra liegt, wurde dieser Basalt über Jahrzehnte brutal abgebaut. Die tiefen Gruben, die du heute siehst, sind Narben der Industrie.
Aber das ist noch nicht das Absurdeste. Viele von uns kümmern sich heute um ihr E-Auto oder ihren neuen Fernseher. Aber wofür wurde dieser Gipfel im 19. Jahrhundert genutzt, als es noch keine Jets gab?
Er war ein Segelflugplatz. Ja, du hast richtig gelesen. Deutsche Piloten im 20. Jahrhundert nutzten die Kuppe als Startrampe für ihre Gleiter. Eine Skisprungschanze, nur für Windbetrieb!
Dein einfacher Ausflugstipp: So kommst du hin (ohne Zeit zu verschwenden)
Wenn du in der Region unterwegs bist, willst du keine drei Stunden durch den Wald irren, nur um dann den besten Blick zu verpassen. Ich habe die schnellste Route für dich, die garantiert funktioniert, selbst wenn du nur einen halben Tag Zeit hast.

- Fahre nach Jerzmanice-Zdrój. Ignoriere die Ablenkungen, wir wollen Effizienz.
- Überquere den Fluss Kaczawa.
- Folge dem grünen Wanderweg. In nicht einmal 45 Minuten bist du am Ziel. Das ist schneller als deine Mittagspause dauert.
Wenn du keine Lust auf Wandern hast, fahre direkt von Złotoryja über die Bolesława Krzywoustego Straße. Du erreichst einen Parkplatz direkt am Rande des Reservats. Perfekt, um Rucksack und Brotdose auszupacken und die Stille zu genießen, die dieser ehemals tobende Vulkan heute ausstrahlt.
Bonus-Geheimtipp: Wo du (vielleicht) noch Gold findest
Da du schon in der Gegend bist, vergiss Złotoryja nicht. Dieses Städtchen ist eines der ältesten Polens und seine Vergangenheit ist buchstäblich golden. Hier wurde früher Gold gewaschen!
Wir reden hier nicht von Fantasy. Im nahegelegenen Museum kannst du dir die Fundstücke anschauen. Wenn du mutig bist, nimm eine Schaufel mit und versuche dein Glück an den Flüssen Kaczawa oder Skora. Klingt nach einem Kindheitstraum, oder? Wer weiß, vielleicht ist das kleine polizeiliche Verbot, herumzubuddeln, das Einzige, was dich davon abhält, deinen nächsten Urlaub selbst zu finanzieren.
Hast du schon einmal einen Fuß auf diesen erloschenen Giganten gesetzt, oder hältst du solche „geologischen Ausgrabungen“ eher für unnötige Zeitverschwendung? Schreib es in die Kommentare!









