Erinnern Sie sich an diesen Moment, als Ihnen als Kind ein Luftballon an den Haaren kleben blieb, nachdem Sie ihn an Ihrem Pullover gerieben hatten? Eine Lappalie, dachten Sie vielleicht. Jetzt zeigen Forscher, dass genau dieses simple Reiben – die Triboelektrizität – der Schlüssel zu einer fast unendlichen Energiequelle sein könnte. In Europa wird bereits an Milliardenprojekten geforscht, aber die meisten Verbraucher wissen nichts davon.
Ich habe mir die neuen Forschungsergebnisse angesehen und muss sagen: Es ist frappierend, wie lange wir ein so offensichtliches Potenzial ignoriert haben. Während wir über Fusion reden, hat der Schlüssel zur nutzbaren Energie vielleicht immer im einfachen Kontakt zweier Materialien gelegen. Warum ist das wichtig für Sie? Weil diese Technologie die Reichweitenverbesserung bei Ihrem E-Auto um bis zu 10% steigern könnte – einfach durch die Nutzung der Vibrationen, die Sie ohnehin erzeugen.
Das 2600 Jahre alte Geheimnis: Warum Thales wusste, was modernste Kosmologen ignorieren
Schon um 600 v. Chr. bemerkte Thales von Milet, dass Bernstein (Elektron) nach dem Reiben leichte Dinge anzog. Damals war das eine philosophische Kuriosität. Heute ist es die Grundlage für wissenschaftliche Durchbrüche in der Materialphysik.
Was die Forscher um Dr. Simone Meloni an der Universität Ferrara nun geschafft haben, ist die Skalierung dieses Phänomens. Sie haben einen Weg gefunden, die Energie des ständigen Aneinanderreibens nutzbar zu machen – und zwar dort, wo sie am meisten Sinn ergibt.
Der „Eintritt-Austritt“-Generator: Wie Wasser zum Strommacher wird
Im Kern geht es um den Intrusion–Extrusion TENG (Triboelektrischer Nano-Generator). Klingt kompliziert, ist aber genial einfach erklärt. Stellen Sie sich vor, Sie drücken Wasser durch winzige Poren, die nur im Nanobereich existieren. Wasser dringt ein (Intrusion), und dann wird es wieder herausgepresst (Extrusion).

Dieser ständige mechanische Druck erzeugt an den Kontaktflächen zwischen dem Wasser und den Porenwänden eine Ladungstrennung. Genau das ist der triboelektrische Effekt.
- Das Material: Die Basis ist poröses Silizium, das als Elektrode dient.
- Die Oberfläche: Eine hauchdünne Siliziumdioxidschicht wird wasserabweisend (hydrophob) gemacht.
- Der Trick: Das Wasser wird erst hineingepresst, dann durch die Hydrophobie wieder herausgedrückt.
Und jetzt kommt der Haken, der in den meisten Medien untergeht: Es sind nicht die perfekten Oberflächen, die den Strom erzeugen, sondern die winzigen Defekte in der Beschichtung. Diese kleinen „Fehler“ spielen Pingpong mit den Ladungen.
Warum Ihr Auto vielleicht bald Energie verschwendet
Genau hier liegt der praktische Nutzen, besonders im Kontext des EU-Projekts „Electro-Fusion“. Ein Großteil der Energie, die Ihr E-Auto verbraucht, wird im Fahrwerk als Wärme durch Reibung der Stoßdämpfer vernichtet – schätzungsweise 5 bis 10% der Gesamtenergie.
Was wäre, wenn dieser ständige mechanische Stress nicht nur Wärme erzeugen, sondern direkt in nutzbaren Strom umgewandelt würde? Genau das probieren die Ingenieure gerade mit TENG-Prototypen aus. Das ist keine Science-Fiction mehr; es ist angewandte Physik.

Was die Effizienz angeht: Die Forscher berichten von einer Energieumwandlung von etwa 9%. Das klingt vielleicht wenig, aber bedenken Sie, was das für die Gesamtbilanz bedeutet, wenn man es als zusätzliche Energiequelle betrachtet. Im Gegensatz zu Solarmodulen oder Windturbinen funktioniert dieser Generator, solange es Bewegung gibt – egal ob im Stoßdämpfer, in der Fußbodenplatte oder in Ihrer Smartwatch.
Der kritische Punkt: Zu viele Fehler sind auch nicht gut
Dr. Meloni betont eine feine Balance: Mehr Defekte erhöhen die Ladungstrennung, aber zu viele Defekte zerstören die Kärneigenschaft – die Wasserabstoßung. Es ist, als hätte man eine perfekte Kaffeemühle, aber wenn man zu hart mahlt, wird das Pulver zu fein und verklumpt. Die Wissenschaft muss hier eine perfekte Oberflächenchemie finden, um das Maximum herauszuholen.
Ob es nun Elektronen oder Ionen sind, die springen – dieser über 2600 Jahre alte Effekt zeigt: Wir schauen oft zu kompliziert auf Energie. Die Natur hat uns die Blaupausen immer wieder vor die Füße gelegt, wir mussten sie nur makroskopisch nutzbar machen.
Das Potenzial ist riesig: von tragbaren Geräten, die durch Ihre Bewegung geladen werden, bis hin zu Industriemaschinen, die ihre eigenen Schwingungen zur Stromerzeugung nutzen.
Welchen Gegenstand in Ihrem Alltag würden Sie am liebsten mit dieser einfachen „Reibungsenergie“ versorgen, wenn es morgen möglich wäre? Schreiben Sie es mir in die Kommentare!









