Stoppt diese KI-Angst: Darum sind Ihre Soft Skills jetzt Gold wert

Haben Sie auch das ungute Gefühl, dass Ihr Job bald von einem Chatbot übernommen wird? Viele fürchten sich vor der KI-Revolution, doch die Wahrheit ist komplizierter: Die Technologie schafft nicht nur neue, hochbezahlte Jobs, sondern verlangt gerade nach Dingen, die kein Algorithmus kopieren kann – menschliche Eigenschaften.

Ignorieren Sie diesen Wandel nicht. Wenn Sie denken, reine Programmierfähigkeiten reichen noch aus, liegen Sie falsch. In meiner Praxis sehe ich, wie sich das Anforderungsprofil rasant ändert. Wir schauen uns an, welche Rollen plötzlich explodieren und was Sie tun müssen, um nicht auf der Strecke zu bleiben.

Der Mythos vom alles ersetzenden Roboter

Die Runde macht die Meme-Anzeige von einem Witz-Job bei OpenAI: Gesucht wurde ein „Sicherheits-Schalter-Ingenieur“, dessen Hauptaufgabe es ist, den Serverraum zu bewachen und, falls nötig, den Stecker zu ziehen – oder mit einem Eimer Wasser zu werfen. Das ist zwar lustig, aber es verschleiert die ernste Entwicklung.

Ironischerweise schafft die KI neue Berufsfelder, die **ausschließlich menschliche Kompetenzen** erfordern. Es geht nicht mehr nur darum, Code zu schreiben, sondern darum, Maschinen zu führen, zu trainieren und vor allem: sie zu kontrollieren.

Die gut bezahlten Datentrainer: Mehr als nur Etikettierer

Erinnern Sie sich an die schlecht bezahlten Auftragspakete, bei denen Menschen stundenlang Bilder sortieren mussten? Das ändert sich.

  • Moderne KI-Modelle benötigen Expertenwissen zur Kalibrierung.
  • Man stellt vermehrt Fachkräfte aus Finanzen, Jura oder Medizin ein.
  • Start-ups wie Mercor zahlen diesen Experten mittlerweile bis zu 90 Dollar pro Stunde für das Training ihrer Bots.

Das bedeutet: Ihre Spezialisierung im Beruf wird plötzlich zur Trainingsgrundlage für eine Maschine. Ihre Erfahrung ist buchstäblich bares Geld wert – wenn Sie sie richtig einsetzen.

Stoppt diese KI-Angst: Darum sind Ihre Soft Skills jetzt Gold wert - image 1

Der neue Alleskönner: Der „Advanced Deployment Engineer“ (ADE)

Wenn der Bot fertig trainiert ist, muss er im Firmenalltag funktionieren. Hier kommt der ADE ins Spiel. Früher war das vielleicht ein IT-Mann, heute ist es ein Hybrid-Job, der Entwickler, Berater und Verkäufer in einer Person vereint.

Garry Tan von Y Combinator berichtete kürzlich von einem massiven Anstieg der offenen Stellen für ADEs. Diese Leute sitzen direkt beim Kunden, passen die KI-Tools an und sorgen dafür, dass sie nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch funktionieren.

Der Schlüssel hier: Sie müssen menschliche Interaktionsgrenzen verstehen. Ein ADE, der einen Kundenservice-Bot einrichtet, muss wissen, warum ein frustrierter Kunde sofort auf die „Null“ drückt – nur um Dampf abzulassen.

Das beste Beispiel: Der „Mann vom Himmel“

Himanshu Palsule von Cornerstone OnDemand nutzt den Fall des autonomen Robotaxi-Unternehmens Waymo. Die Autos fahren selbst, aber was passiert, wenn das System versagt und der Fahrgast im Wagen festsitzt?

Dafür braucht es den menschlichen Problemlöser am Remote-Ende – den „Mann oder die Frau vom Himmel“. Dieser Mensch muss nicht nur Technik verstehen, sondern vor allem Empathie für einen genervten, gestressten Fahrgast aufbringen können.

Früher wurde ein Softwareentwickler nach Code-Qualität beurteilt. Heute schreibt der Algorithmus den Code. Deshalb gilt: „Heute macht Ihre Persönlichkeit den Unterschied.“

Stoppt diese KI-Angst: Darum sind Ihre Soft Skills jetzt Gold wert - image 2

Die unsichtbare Wacht: Governance und Risikomanagement

Neben den Entwicklern braucht es Leute, die verhindern, dass die KI-Agenten Chaos stiften. Denken Sie an Datenschutz oder das Verhindern von Geschäftsblockaden.

Eine Studie des ICT-Konsortiums zeigte, dass die am schnellsten wachsenden IT-Rollen, schneller noch als reine KI-Programmierer, die Spezialisten für „KI-Risiko und Governance“ sind. Hier geht es um Regeln und Ethik – klassische Führungs- und Compliance-Aufgaben.

Und ganz oben? Der „Chief AI Officer“. Dieser Manager muss nun tiefes Branchenwissen mit technischem Verständnis kombinieren, um die Flut von KI-Anbietern zu managen, die auf das Unternehmen zustürmen. Ein Job für erfahrene Köpfe, die Prozesse reformieren können.

Was bedeutet das für Sie?

Wenn Sie in Deutschland, Österreich oder der Schweiz arbeiten, merken Sie das im Alltag: Während die Prozesse in der Verwaltung automatisiert werden, steigt die Nachfrage nach Mitarbeitern mit hoher Kommunikationsfähigkeit und kritischem Denken. Ihr feines Gespür für Nuancen, Verhandlungstaktik oder die Fähigkeit, komplexe Sachverhalte einfach zu erklären, wird zum Premium-Skill.

Investieren Sie also nicht nur in den nächsten Online-Kurs, sondern verstärken Sie bewusst Ihre zwischenmenschlichen Fähigkeiten. Der Code mag schnell sein, aber die menschliche Verbindung entscheidet letztlich über den Erfolg.

Welche „menschliche Fähigkeit“ halten Sie persönlich für am wichtigsten, um in den nächsten fünf Jahren relevant zu bleiben?

Philip Wienberg
Philip Wienberg

Co-founded Germany's first alcohol-free craft beer brand in 2018. Now a freelance Copywriter & Creative Director with 15+ years in top German ad agencies. Led teams of 30+ creatives, winning 100+ awards together - some even for real work, not just the award circuit.

Artikel: 1372

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert