Verbote für Orcas gebrochen: Was diese Delfine heimlich für die Killerwale tun

Sie gelten als Konkurrenten, vielleicht sogar als Feinde. Doch was Forscher jetzt vor der kanadischen Küste mit Videoaufnahmen dokumentiert haben, sprengt jedes Wissen, das wir über die Meeressäuger hatten. Stellen Sie sich vor, die größte Gefahr im Ozean sucht plötzlich Schutz und Hilfe bei einem vermeintlichen kleinen Konkurrenten.

Genau das passiert gerade in den Gewässern rund um Vancouver Island. Es geht nicht nur um ein zufälliges Treffen. Es geht um eine Allianz, die uns zwingt, die gesamte Nahrungskette im Pazifik neu zu bewerten. Wir dachten, sie jagen einander nach – stattdessen jagen sie zusammen einen viel größeren Fisch.

Der heimliche Scout: Warum Delfine jetzt mit den Orcas tauchen

Forschern der Dalhousie University ist es gelungen, das Unerwartete festzuhalten. Über zwei Wochen lang haben sie die ortstreuen Orcas beobachtet. Die Ergebnisse sind eindeutig: Die Pazifischen Weißseitendelfine sind keine unbeteiligten Beobachter. Sie sind aktive Teilnehmer in der größten Jagdstrategie der Region.

Kein Wettbewerb, sondern ein „Heimlieferdienst“

Was die Wissenschaftler gesehen haben, widerspricht jeder bisherigen Annahme über das Verhalten dieser großen Raubtiere. In über 250 gemeinsamen Sichtungen zeigte sich: Die Orcas sind die Lenker, aber die Delfine sind die Wegweiser.

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  • Kurswechsel garantiert: Mehr als 100 Mal änderten die Orcas nach der Begegnung mit den Delfinen ihren Kurs, folgten ihnen bei Tauchgängen. Die Delfine gingen voran.
  • Aggression: Null. Es gab keine Anzeichen von Streit oder Ausweichmanövern. Die Zusammenarbeit war synchron und ruhig.
  • Der Dank: Delfine wurden dabei beobachtet, wie sie Reste von riesigen Königslachsen fraßen, die die Orcas zerteilt hatten.

Man muss sich das einmal vorstellen: Riesige, mächtige Schwertwale überlassen es kleineren Tieren, sie zu potenziellen Jagdgründen zu führen. Das ist wie wenn Sie Ihren Sportwagen stehen lassen, weil der Nachbar Ihnen mit seinem E-Scooter den besten Kaffee verrät.

Der wahre Grund für die Allianz: Der fette Lachs

Forscherin Sarah Fortune vermutet, dass die Delfine hier eine Art Frühwarnsystem oder „Scout“-Funktion übernehmen. Der Grund dafür ist extrem pragmatisch: Königslachse.

Diese Lachse sind bis zu 1,5 Meter lang und wiegen bis zu 60 Kilogramm. Für die Delfine sind sie zu groß zum Erlegen. Aber für die Orcas sind sie eine Hauptmahlzeit. Die Delfine scheinen die Orcas also direkt zur Beute zu lotsen – und kassieren dafür die weniger appetitlichen Reste.

Das ist ein Paradebeispiel für evolutionäres Tauschen: Du zeigst mir, wo das Gold ist, und ich lasse dir Krümel vom Abendessen übrig. Solche Allianzen sind extrem selten und zeigen, wie flexibel diese Tiere sind.

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Was bedeutet das für uns alle?

Auch wenn wir in Deutschland nur selten Orcas in der Ostsee sehen, ist diese Entdeckung wichtig. Sie zeigt, wie selektiv unser Wissen über das Tierreich ist. Wir bewerten Tiere oft danach, wie sie sich uns gegenüber verhalten, vergessen aber die komplexen sozialen Verträge, die sie untereinander schließen.

Manche Experten spekulieren sogar: Die Nähe zu ortstreuen Orca-Verbänden könnte den Delfinen auch Schutz vor anderen, umherziehenden Orca-Gruppen bieten. Ein gegenseitiger Schutzpakt im offenen Meer!

Die Wissenschaft glaubt, diese Kooperation kommt extrem häufig vor, wir haben sie aber nie gesehen, weil wir nicht wussten, wonach wir suchen mussten. Es ist ein echter Aha-Moment, der verdeutlicht, wie viel Leben unter der Wasseroberfläche noch im Dunkeln liegt.

Was glauben Sie: Welche anderen „Feinde“ im Tierreich könnten heimliche Geschäftspartner sein, von denen wir nichts wissen?

Philip Wienberg
Philip Wienberg

Co-founded Germany's first alcohol-free craft beer brand in 2018. Now a freelance Copywriter & Creative Director with 15+ years in top German ad agencies. Led teams of 30+ creatives, winning 100+ awards together - some even for real work, not just the award circuit.

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