Sie stehen zum ersten Mal auf dem riesigen Deck, die salzige Luft riecht nach Abenteuer, und der Gedanke an Cocktails auf dem Sonnendeck ist verlockend. Doch Stopp! Bevor Sie den ersten Drink bestellen, sollten Sie diese sechs kritischen Schritte erledigen. Ich habe über acht Monate auf See verbracht und weiß: Wer diese Dinge auf den ersten Stunden ignoriert, verschenkt Zeit, wird im Chaos enden oder verpasst das beste Essen.
Viele Kreuzfahrtneulinge machen den Fehler, sich von der schieren Größe des Schiffes überwältigen zu lassen und erst nach dem ersten Abendessen festzustellen, dass sie wichtige Sicherheitsprotokolle verpasst haben. Das ist, als würden Sie ein neues Smartphone kaufen und die Bedienungsanleitung erst suchen, wenn der Akku leer ist. Hier sind die sechs Dinge, die sofort Priorität haben, damit Ihre Traumreise nicht im Stress endet.
1. Sicherheit geht vor jeder Pool-Liege
Klingt trocken, aber es ist der Unterschied zwischen einem stressfreien Urlaub und einem echten Problemfall. Auf See gelten andere Gesetze. Ihr Leben hängt davon ab, wie schnell Sie reagieren.
Finden Sie sofort Ihren Sammelpunkt
Gehen Sie nicht davon aus, dass Sie das im vollen Morgendunst später schaffen. Viele Schiffe verlangen das Ansehen eines kurzen Videos. Wenn Sie das verpassen, müssen Sie vielleicht später in einer Warteschlange stehen oder es wird Ihnen am Ende der Reise in Rechnung gestellt. Die besten Tipps, die ich gesammelt habe:
- Lokalisieren Sie den nächstgelegenen Versammlungsort zu Ihrer Kabine – nicht irgendwo mittschiffs, sondern konkret *Ihren* Punkt.
- Überprüfen Sie, wo die Rettungswesten hängen. Vertrauen Sie nicht darauf, dass Sie es im Notfall intuitiv wissen.
2. Entladen Sie den Ballast: Packen Sie sofort aus
Der Reiz, sofort die Bar zu stürmen, ist groß. Aber glauben Sie mir: Der Blick in Ihr Gepäckchaos am späten Abend, wenn Sie müde sind, ist unbezahlbar (im negativen Sinne). Besonders auf Standardkabinen ist der Platz nicht dafür gedacht, dass dort Koffer offen herumstehen.
Mein Tipp: Sobald das Gepäck da ist, werfen Sie alles, was Sie nicht sofort brauchen, in die Schränke. Das schafft mentale Ruhe und Platz auf dem Boden. Sie wollen doch nicht über Ihren Wanderschuhen stolpern, bevor Sie überhaupt den ersten Hafen sehen.

3. Mache deinen Kabinensteward zum besten Freund
Auf den meisten Schiffen ist ein Kabinensteward zugewiesen – Ihr persönlicher Concierge für Handtücher, saubere Gläser und kaputte Klimaanlagen. Viele Passagiere sehen diese Person nur flüchtig.
Ignorieren Sie diese Person nicht. Wenn sie sich nicht vorstellt, halten Sie Ausschau. Ein guter Draht kann Gold wert sein. Ich habe einmal versehentlich meine Schlüsselkarte im Zimmer gelassen. Mein Steward hat mir in fünf Minuten geholfen, ohne dass ich Angst haben musste, dass dies eine horrende Verwaltungsgebühr nach sich zieht.
Lernen Sie seine/ihre Routine kennen. Das minimiert unnötige Anrufe beim Gästeservice.
4. Orientierungslauf: Erobern Sie das Schiff
Ich habe bei meiner zweiten Kreuzfahrt festgestellt, dass ich das Schiff erst nach drei Tagen wirklich kannte. Die Folge? Ich habe die versteckte Teestube mit Blick auf den Bug und die Wellness-Sauna verpasst – Dinge, die man im Alaska-Klima dringend gebraucht hätte.
Nehmen Sie sich nach dem Sicherheits-Check **eine Stunde Zeit** und gehen Sie das Schiff ab. Das ist wie beim ersten Tag in einer neuen Stadt – Sie müssen die Hauptverkehrsadern kennen, sonst laufen Sie ziellos herum.
- Markieren Sie die besten Ruhezonen (oft auf den oberen, vorderen Decks).
- Finden Sie die Alternative zum überfüllten Hauptbuffet (Pool-Grill oder spezielle Deck-Bars).
- Lernen Sie, den Weg zur Rettungsboot-Station zu finden.

5. Kulinarische Aufklärungsmission: Die Essens-Strategie
Essen ist für viele der Hauptgrund für eine Kreuzfahrt. Aber die besten Optionen sind nicht immer die offensichtlichsten.
Die meisten Schiffe haben ein kostenloses Hauptrestaurant, aber auch Spezialitätenrestaurants (oft gegen Aufpreis). Wenn Sie wissen, dass Sie sich vegan ernähren oder empfindlich auf Gluten reagieren, informieren Sie sich sofort, welche Restaurants das abdecken. Warten Sie nicht, bis Sie hungrig sind.
Überfüllte Buffets sind Mythos und Realität zugleich. Ich persönlich suche mir am ersten Tag einen intimen Platz draußen auf einem der oberen Decks für das Mittagessen. Das ist oft eine Oase, während alle anderen im Hauptspeisesaal Schlange stehen.
6. Der Informationsfluss: Woher kommen die Ankündigungen?
Jeden Abend liegt ein „Tagesprogramm“ in der Kabine. Aber was passiert, wenn das Schiff spontan den Anker lichtet oder eine Sondershow angekündigt wird, die nicht gedruckt werden kann?
Finden Sie umgehend heraus, welches Medium das Schiff primär nutzt: Ist es die bordeigene App? Sind es Durchsagen über die Kabinenlautsprecher? Oder doch das tägliche gedruckte Blatt?
Wenn Sie das wissen, verpassen Sie keine Last-Minute-Angebote oder wichtige Hafeninformationen. Auf meiner letzten Reise gab es eine spontane Walbeobachtungstour, die nur über die App kommuniziert wurde – wer sie nicht installiert hatte, blieb buchstäblich auf dem Trockenen.
Diese sechs Schritte kosten Sie vielleicht 90 Minuten Ihrer Urlaubszeit, sparen Ihnen aber Stress, Frustration und geben Ihnen die Kontrolle zurück, sobald das Schiff in See sticht. Welche Gewohnheit haben Sie auf Ihrer letzten Reise vermisst, die Sie jetzt sofort ändern würden?









