Sie träumen von Meeresrauschen und einem privaten Kaffee auf Ihrem Balkon an Bord? Vergessen Sie es. Ich habe über 50 Kreuzfahrten hinter mir und ich sage Ihnen: Das Balkonzimmer ist die größte Geldverschwendung auf See. Was Sie jetzt wissen müssen, bevor Sie Ihren nächsten Urlaub buchen.
Viele Passagiere zahlen Hunderte von Euro extra für diesen „Luxus“, nur um dann festzustellen, dass der Platz kaum für zwei Personen reicht, es ständig zieht oder die Nachbarn lauter sind als die Wellen. Wenn Sie dieses Detail ignorieren, ruinieren Sie sich womöglich die ganze Reise und das Portemonnaie.
Warum Ihr Traum vom Balkon schnell zum Albtraum wird
Der anfängliche Reiz eines privaten Außenbereichs verfliegt schneller, als Ihnen lieb ist. Ich dachte das auch. Beim ersten Kind stand ich kurz davor, durch einen unachtsamen Moment den kleinen Horrortrip zu erleben. Aber auch ohne solche Dramen sind Balkone unpraktisch.
Der Faktor Familie: Platzmangel trifft auf laute Seeluft
Als meine Familie noch klein war, war die Vorstellung süß: Ich lesend draußen, das Kind schläft drinnen. Realität? Das Kinderbett stand direkt an der Balkontür. Jedes Öffnen oder Schließen weckte den Junior. Und wenn die Tür zu war, hörte ich ihn draußen nicht rufen.

Später, als mein Sohn älter war, wurde es ein Platzproblem. Ein privater Außenbereich für drei Personen? Vergessen Sie es. Es passt kaum jemand gemütlich hin. **Es ist oft einfach zu windig, um dort lange zu verweilen.**
- Windkanal-Effekt: Beim Öffnen der Tür fängt es in der Kabine an zu rauschen, Gegenstände können fliegen.
- Privatsphäre? Fehlanzeige: Der Nachbar drüben hält ein lautes Telefonat ab.
- Kleiner Wicht: Wenn Sie mit Kleinkindern reisen, wird der Balkon zur ständigen Sicherheitszone statt zur Entspannung.
Das große Schweigen der Mitreisenden
Auf meiner letzten Reise mit der Symphony of the Seas habe ich ein Experiment gemacht und gezielt auf Kabinen mit Innenbalkonen geachtet. Das Ergebnis war ernüchternd. Wenn man sieht, wie oft diese teuren Flächen leer stehen, platzt einem fast der Kragen.
Viele nutzen den Balkon nur einmal kurz zum Lüften oder – und das ist der beste Witz – **zum Trocknen von nassen Badesachen**. Ehrlich, zahlen Sie für einen teuren Quadratmeter, damit Ihre feuchten Handtücher da hängen?
An Land, zum Beispiel bei einem Urlaub in Bayern, nutzen Sie Ihren Balkon ja auch zur Entspannung, aber auf See will jeder raus. Die Leute gehen in die öffentlichen Lounges, an den Pool oder in die Spezialitätenrestaurants. Das Schiff ist das Ziel, nicht die Kabine.
Die versteckten Kostenfalle
Balkonkabinen sind fast immer die Königsklasse beim Preis. Während Sie für die Aussicht tief in die Tasche greifen, bekommen Sie die gleiche Aussicht oft günstiger.

Mein persönlicher Lifehack: Buchen Sie eine Kabine mit Bullauge. Ich habe festgestellt, dass ich viel häufiger durch das Bullauge schaue, als ich jemals auf meinem Balkon stand. Es ist eine solide, windgeschützte Aussicht und Sie sparen das Geld für Dinge, die Sie wirklich nutzen.
Denken Sie mal darüber nach: Was kaufen Sie für die 500 Euro Unterschied, die Sie sparen? Ein Ausflug, ein Abendessen, oder einfach mehr Ruhe, weil Sie nicht ständig Rücksicht auf den Wind nehmen müssen?
Fazit: Sparen Sie Ihr Geld für Erlebnisse
Ich liebe die See, aber ich liebe meinen Geldbeutel mehr. Der Balkon auf dem Schiff ist meistens ein teurer Kompromiss. Er bietet die Nachteile, wenn Sie sich entspannen wollen (Wind, Lärm), und die Sicherheitsprobleme, wenn Sie Kinder haben. Wenn Sie wirklich die Aussicht wollen, sparen Sie sich das Geld und investieren Sie es in ein Upgrade an Land oder ein spätes Abendessen im Bordrestaurant.
Wie sehen Sie das? Haben Sie schon einmal bereut, eine Balkonkabine gebucht zu haben? Oder gibt es einen Trick, wie man den Balkon wirklich sinnvoll nutzt?









