Warum 90% der Besucher diesen scheinbar leeren Schilfhain meiden – und welche 5 Vögel dort gerade um Futter kämpfen

Sie stehen am Rand des Salzwasserteichs, starren auf die großen Schwärme und wundern sich, warum die wirklich interessanten Sichtungen ausbleiben. Kennen Sie das Gefühl? Die meisten Besucher am Wildvogelpark verpassen das Wesentliche, weil sie dem Mainstream folgen. Genau das habe ich am 19. Dezember beobachtet – und es kostete mich fast die Sichtung von Goldhamstern und Bodenläufern.

Die Wahrheit ist: Die besten Vögel verstecken sich dort, wo niemand hinschaut. Wenn Sie nicht wissen, wo Sie suchen müssen, laufen Sie Gefahr, die spektakulärsten Überraschungen dieses Winters komplett zu versäumen. Hier ist, was die Ranger wirklich gesichtet haben und wie Sie diese seltenen Gäste morgen selbst finden.

Warum der Bereich am Schilf plötzlich wichtiger ist als die offene Wasserfläche

An diesem Tag zeigte sich die Natur von ihrer verdeckten Seite. Während die großen Enten und Möwen wie erwartet ihre Runden drehten, spielte sich das eigentliche Drama am Ufer ab. Ich habe mich am Beobachtungsstand 2 am Brackwasserbecken aufgehalten – und das war entscheidend.

Die stillen Kämpfer: Hier kämpften zwei seltene Wintergäste

Viele erwarten Rotkehlchen oder Amseln. Was sich dort aber abspielte, war seltener. Ich konnte beobachten, wie sich der **Hausrotschwanz (Rotkehlchen)** und die fast unsichtbare **Goldammer (Aoji)** direkt am Wurzelwerk des Schilfs (Röhricht) das beste Futter sicherten.

  • Der Goldammer-Trick: Erlauben Sie sich nicht, nur über die Oberfläche zu schauen. Diese Vögel bevorzugen den Schutz der niedrigsten Vegetation.
  • Der Konkurrenzkampf: Sogar die Amseln, sonst oft dominant, mussten sich gegen diese beiden behaupten.

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Der Vogel, der seine Mahlzeit mit der Drossel teilte

Es ist nicht nur die Anwesenheit seltener Arten, die zählt, sondern ihr Verhalten. Etwas weiter entfernt, am Schlehdornbusch nahe dem Nature Center, fand sich ein weiteres Highlight, das oft übersehen wird.

Die Feuerstelle am Baum: Der seltene Rotbraunbauch

Sehen Sie, der Echte Wacholder (oder in diesem Fall der Sumachbaum) zieht Vögel an, die eigentlich nur auf dem Boden nach Insekten suchen. Mehrere **Rotdrosseln (Akahara)** landeten direkt an den Beeren, um sich für den Flug zu stärken. Diese Szene sah ich nur, weil ich ein Fernglas mit hoher Anfangsvergrößerung nutzte.

  • Die Rotdrossel konkurrierte auffallend direkt mit den Amseln um die besten Futterstellen am Boden.
  • Ein klares Zeichen: Wenn Sie die Drosseln am Baum sehen, ist das eine Einladung, den Boden darunter genauer zu inspizieren.

Die Wasserpolizei: Wer das Schlickwatt wirklich kontrolliert

Vergessen Sie Enten. Die wahren Meister der Küstenlinie sind die Stelzvögel und Kormorane. Am Vormittag, als die Flut zurückging und der Schlick freigelegt wurde, dominierten zwei Arten das Geschehen am Watt.

Die **Bachstelze (Segurosekirei)** war unermüdlich damit beschäftigt, nach Kleinstlebewesen zu picken. Und die **Kormorane (Umiu)**? Sie saßen wie schwarze Statuen auf den Felsen, perfekt getarnt durch ihre dunkle Färbung.

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Mein praktischer Tipp für Ihren nächsten Besuch (gilt besonders im Winter): Halten Sie Ausschau nach den Kormoranen auf den Felsen. Wo sie sitzen, sind oft auch die schnellen, eleganten Stelzvögel in der Nähe, da sich die Beutetiere dort konzentrieren. Und ja, sogar der Haubentaucher zeigte sich kurz auf dem Wasser.

Die „Langweilige“ Checkliste: 40 Arten, aber nur 3 sind wirklich listenbildend

Insgesamt wurden 40 Arten gesichtet – von Stockenten über Reiher bis hin zu Greifvögeln wie dem Turmfalken und dem Mäusebussard. Das ist gut, aber nicht bemerkenswert. Was wirklich zählt, sind die Saisongäste, die nur kurz Rast machen.

Die Schlüsselspezies, die Sie diesen Dezember nicht verpassen dürfen:

  1. Der Goldammer (am Wurzelwerk).
  2. Der Hausrotschwanz (im deckungsreichen Unterholz).
  3. Der Haubentaucher (kurz auf dem offenen Wasser).

Wenn Sie morgen früh kommen, suchen Sie gezielt die schlammigen Ränder auf. Dort findet das wahre Leben statt.

Haben Sie bei Ihrem letzten Besuch am Park auch schon einen Vogel dort entdeckt, wo er definitiv nicht hingehört? Teilen Sie Ihre verrückteste Winterbeobachtung in den Kommentaren!

Philip Wienberg
Philip Wienberg

Co-founded Germany's first alcohol-free craft beer brand in 2018. Now a freelance Copywriter & Creative Director with 15+ years in top German ad agencies. Led teams of 30+ creatives, winning 100+ awards together - some even for real work, not just the award circuit.

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