Plötzlich tauchen sie auf: Riesige Wasserwanzen, die man sonst nur aus dem Urlaub an einem dunklen Teich kennt, nerven gerade Anwohner in Buenos Aires und dem Umland. Sie sitzen auf Balkonen, werden von LED-Lichtern magisch angezogen und sorgen in den sozialen Medien für Hysterie. Aber keine Panik – noch nicht. Wir sagen Ihnen, warum diese Insekten jetzt aus ihrem Versteck kommen und wie Sie eine schmerzhafte Begegnung vermeiden.
Viele übersehen: Diese plötzlich massenhafte Erscheinung ist kein Zufall, sondern eine direkte Reaktion auf die extremen Hitzewellen, die wir gerade erleben. Die Experten sind sich einig: Es ist ein Alarmsignal der Natur, das wir momentan ignorieren.
Der Hitze-Effekt: Warum die Wanzen umziehen
Wenn die Temperaturen in der Metropolregion unerträglich werden, gerät das natürliche Gleichgewicht der Süßwasserbiotope ins Wanken. Die Wasserwanzen (Familie Belostomatidae) haben kurze Zyklen, und die Hitze beschleunigt diesen Prozess extrem. Das Ergebnis? Sie müssen weg.
Ihr neues Navigationssystem: Die helle Nacht
Haben Sie sich gefragt, warum die Biester gezielt an Ihrer Wohnungstür oder sogar mitten in der Stadt landen? Das liegt an ihrer nächtlichen Lebensweise und der simplen Physik.

- Wasserwanzen orientieren sich nachts visuell.
- Helle LEDs von Gebäuden wirken wie mächtige Leuchttürme für die Insekten.
- Dadurch kommt es zu diesen plötzlichen, teils massiven Schwärmen, die aber meist nur vorübergehend sind.
Die gute Nachricht zuerst: Entgegen mancher Gerüchte, die sich in WhatsApp-Gruppen verbreiten, übertragen diese Insekten keine Krankheiten. Sie sind nicht mit den berüchtigten Bettwanzen oder den Krankheitsüberträgern wie Stechmücken zu vergleichen. Atmen Sie durch, aber Vorsicht ist trotzdem geboten.
Der Biss, den niemand will: Ihre schmerzhafte Verteidigung
Obwohl sie harmlos für unsere Gesundheit sind, besitzen diese Wanzen eine beeindruckende Abwehrwaffe: einen Biss. Das ist keine Laune, sondern purer Überlebensinstinkt. Sie greifen nicht aktiv an, aber wenn Sie versuchen, so ein Exemplar mit der Hand zu packen, um es loszuwerden – dann erleben Sie eine unangenehme Überraschung.
In meiner journalistischen Praxis sehe ich immer wieder, wie aus Angst und Panik Fehler passieren. Hier ist der wichtigste Life-Hack, um Ärger zu vermeiden:

Was Sie bei einer Begegnung sofort tun müssen (Der 2-Schritte-Plan)
Experten raten dringend davon ab, die Tiere zu zerquetschen oder sie einzusperren. Ein einfaches Vorgehen ist effektiver und sicherer als jede Panikreaktion.
- Abstand halten: Berühren Sie die Insekten unter keinen Umständen. Sie sind zäh, und die Schmerzreaktion ist stärker, als man von einem „einfachen Käfer“ erwarten würde. Es fühlt sich an wie eine sehr starke Wespenstich-Reaktion, nur eben mit einem Kiefer.
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Sanfte Umlenkung: Wenn Sie eins auf dem Balkon finden, nehmen Sie einen umgedrehten Pappkarton (wie den von einer Lieferdienst-Bestellung), stülpen Sie ihn vorsichtig über das Tier und schieben Sie ein Stück festeres Papier oder dünne Pappe darunter. Bringen Sie das Tier dann weit weg zu einem natürlichen Gewässer. Es ist ein Trick, der wie das Fangen unter einem Kelch funktioniert.
Der entscheidende Faktor ist die Ruhe. Wenn Sie cool bleiben und die Tiere in Ruhe lassen, werden sie meist von selbst bei Sonnenaufgang wieder verschwinden, weil die Hitze sie zurück ins feuchte Milieu drängt.
Diese Invasion ist ein deutliches Zeichen für die klimatischen Veränderungen, die wir hier erleben. Die Natur passt sich an – und manchmal bekommen wir Bewohner der AMBA die direkten Folgen zu sehen.
Haben Sie in Ihrem Viertel auch schon diese großen Wasserwanzen gesichtet? Und was war Ihre erste Reaktion, als Sie das Insekt gesehen haben?









