Stellen Sie sich vor: Sie haben für Ihren Traumurlaub tief in die Tasche gegriffen, nur um festzustellen, dass der heiß ersehnte Balkon an Bord Ihres Kreuzfahrtschiffes unbrauchbar ist. Viele sparen auf diese teure Kabinen-Upgrade, aber ich kann Ihnen aus Erfahrung sagen: Diese Investition lohnt sich oft nicht.
Ich habe über 50 Kreuzfahrten hinter mir und war in fast jeder Kabinenkategorie. Und obwohl die Vorstellung romantisch klingt, auf dem eigenen kleinen Deck den Sonnenuntergang zu erleben, gibt es handfeste Gründe, warum ich dieses Geld lieber an ganz anderer Stelle ausgebe. Wer jetzt bucht, sollte diesen einen Tipp unbedingt kennen, bevor der Aufpreis fällig wird.
Der Mythos vom idyllischen Morgenkaffee: Was Sie wirklich erwartet
Als mein Sohn noch klein war, malte ich mir aus, wie ich ihn ins Bett bringe und dann in aller Ruhe mit einem Buch draußen sitze. Ein schöner Traum, der schnell platzte. Viele übersehen die praktischen Tücken, die sich auftun, sobald Kinder im Spiel sind.
1. Die Akustik und das Sicherheitsrisiko (Das war mein Albtraum)
Der Schreckmoment, als mein Kleinkind fast eine Fernbedienung über die Reling warf, hat mich nachhaltig geprägt. Das ging rasend schnell. Aber das ist nicht der einzige Grund. Wenn Ihr Kind schläft, ist die Balkontür plötzlich eine akustische Barriere. Ich konnte meinen Sohn nicht hören, wenn ich draußen war und die Tür geschlossen war.

- Platzmangel: Die meisten Balkone sind auf zwei Personen ausgelegt. Als Dreiergespann saßen wir dort nie bequem zusammen.
- Windkanal-Effekt: Sobald Sie die Tür öffnen, entsteht in der Kabine oft ein mächtiger Luftzug, der Kleinteile durch die Kabine jagt.
- Nachbarschaftslärm: Vergessen Sie Ruhe. Wenn Ihre Nachbarn lautstark diskutieren oder rauchen, ist die vermeintliche Idylle dahin.
Die meisten Passagiere meiden ihren eigenen Balkon
Hier kommt der Punkt, der viele Kreuzfahrer überrascht: Selbst wenn die Kabine perfekt ist, wird der Balkon oft ignoriert. In meiner Praxis auf hoher See beobachtete ich fast immer das Gleiche.
Auf meiner letzten Reise mit der Symphony of the Seas habe ich mir extra die Innenbalkone angesehen – jene, die auf das Schiffsinnere schauen. Dort ist die Nutzung besonders gut sichtbar. Ich sah Passagiere, die kurz herauslugen, aber während der gesamten Woche waren diese teuren privaten Flächen meist wie leer gefegt.
Interessant ist, wofür die Balkone dann doch genutzt werden:
- Zum schnellen Trocknen von nassen Handtüchern oder Badesachen.
- Als kurzer „Rauchstopp“ (wenn es die Reederei erlaubt).
Das ist doch kein Mehrwert, für den man gerne Hunderte von Euros zusätzlich zahlt, oder? Wir sind in Deutschland sehr preissensibel, und dieses Geld kann besser investiert werden.

Wo Ihr Geld wirklich besser angelegt ist
Balkonkabinen sind fast immer die am oberen Ende der Preisskala. Auf manchen Routen kostet das Upgrade mehrere hundert Euro mehr im Vergleich zur Standardkabine. Ich gebe dieses Geld lieber für Erlebnisse aus.
Mein Tipp? Bullaugenkabinen.
Sie erhalten eine fantastische Aussicht – oft sogar direkter, wenn man die Schiffsbewegungen in Kauf nimmt. Ich ertappe mich dabei, dass ich viel häufiger aus dem Bullauge schaue, als ich je auf dem Balkon stand. Der Blick auf das Meer ist vom Bullauge aus fast genauso gut, aber Sie sparen signifikant.
Merken Sie sich: Der Aufpreis für den Balkon ist oft für eine Fläche, die Sie bei schlechtem Wetter oder wenn andere Kabinen lauter sind, gar nicht nutzen können.
Haben Sie kürzlich eine Kreuzfahrt gebucht? Würden Sie für den Balkon Hunderte von Euro mehr ausgeben, auch wenn Sie ihn nur zum Handtücheraufhängen nutzen?









