Warum Ihr Chef sturer handelt als jeder Esel – und Sie das endlich kopieren sollten

Sie kennen das Gefühl: Sie stecken in einem Projekt fest, Ihr Chef blockiert jede sinnvolle Änderung, und diese unerschütterliche, fast schon lächerliche Sturheit nervt Sie ungemein. Wir halten Hängepartien für Dummheit und Flexibilität für den heiligen Gral der modernen Arbeitswelt. Aber was, wenn genau dieser vermeintliche Fehler – die Eigensinnigkeit – das Geheimnis erfolgreicher Entscheidungen ist? Vergessen Sie alles, was Sie über „Agilität“ gelernt haben. Die Natur liefert uns gerade im Coaching von Führungskräften einen brisanten Hinweis, der zeigt, warum manchmal Stehenbleiben der schnellste Weg zum Ziel ist.

Die Lüge der ständigen Bewegung: Warum wir Pferde für Esel halten

Immer schneller, immer flexibler – das ist das Mantra unserer Zeit. Wer zaudert, verliert. Doch ich kann Ihnen versichern, dass ich in meiner therapeutischen Praxis beobachtet habe, wie dieser Druck zur sofortigen Reaktion oft zu fatalen Fehlern führt. Wir werden erzogen, nicht nachzudenken. Wir sind wie die Vorfahren der Pferde auf der Prärie, die bei Gefahr einfach losgaloppieren. Ein Fehler, der uns in der modernen Bürowelt teuer zu stehen kommt.

Der Esel-Trick: Prüfen, bevor du springst

Führungskräfte, die erfolgreich sind, haben oft eine Eigenschaft, die man schnell mit „stur“ abtut: Sie bleiben stehen. Der Esel, der in der kargen Wüste lebt, kennt den Wert der Energie. Er sprintet nicht vorschnell los, weil ein Hindernis auftaucht. Er hält inne.

  • Beobachtungsgabe: Esel haben eine unglaubliche Sensorik für soziale Signale. Sie analysieren die Situation, bevor sie reagieren.
  • Energiesparen als Strategie: Ein unnötiger Galopp könnte Knochenbrüche verursachen. Manager sollten das als Lektion nehmen: Nicht jeder Impuls erfordert eine Aktion.
  • Die Weigerung als Filter: Was als „renitent“ gilt, ist oft nur ein Schutzmechanismus gegen dumme Befehle oder Unsinn.

Manager, die „stur“ sind, sind oft die einzigen, die nicht ihre Kraft an einem sinnlosen Schnellschuss verschwenden. Sie zwingen ihr Umfeld, Argumente zu liefern, statt nur Anweisungen zu befolgen.

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Wenn Verbote zur Wahrheit werden: Der Mythos der menschlichen Überlegenheit

Warum neigen wir dazu, Tiere abzuwerten, wenn wir unsere eigene Aggressivität erklären wollen? Ganz einfach: Es ist narzisstische Verteidigung. Sobald wir etwas Unkontrollierbares (wie Wut oder Verrat) bei uns feststellen, projizieren wir es auf das Tier.

Wenn jemand einen Verbrecher als „bestialisch“ bezeichnet, leugnet er die Würde des Tieres. Schimpfwörter wie „Esel“ oder „Zicke“ dienen nur dazu, die eigene Kränkung zu kaschieren. Der Beleidiger setzt sich automatisch auf den Thron der Klugheit.

Das Tier, das uns die Kultur erklärt

Wissenschaftlich gesehen ist die Idee, dass Fleischkonsum Aggressivität weckt, heute gut untermauert – das Tier wird zur Projektionsfläche unseres eigenen schlechten Gewissens. Aber die Beziehung zu Tieren zeigt uns noch mehr. Denken Sie nur an das Tier als Therapeuten.

Ich habe in meiner Praxis erlebt, wie chronisch kranke Menschen, die menschliche Beziehungen zerbrochen hatten, durch ein einziges Haustier wieder Stabilität fanden. Klinikaufenthalte sind oft teurer als Futter und Katzenstreu. Das Tier fordert keine komplizierte Analyse; es lindert den Schmerz der Enttäuschung, die Menschen zwangsläufig verursachen.

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Das ultimative Opfer: Wenn Liebe zur Verantwortungslosigkeit wird

Die Sehnsucht, Verantwortung abzugeben, ist zutiefst menschlich. Viele wünschen sich, sie wären der Hund des Partners – bedingungslos geliebt, nie erzogen, immer willkommen. Dies ist die Fantasie der Rückkehr ins Ursprüngliche.

Genauso krass zeigt sich dieser Narzissmus im Umgang mit Tieren, die wir „besitzen“. Wir sehen es in Südtirol, wo die Doppelgarage mit Hirschgeweihen geschmückt ist – Trophäen, die den Triumph über die Natur darstellen. Oder denken Sie an „Qualzuchten“ wie Möpse, deren Schnauzen so kurz sind, dass sie kaum atmen können. Diese Modeerscheinungen **speisen sich direkt aus unserem Geltungsbedürfnis**.

Wenn die Mode wechselt oder die Fernreise ruft, wird das Tier abgeschafft. Der Jurist nennt es keinen Verrat, aber schlimmer ist es für das Tier, dessen einziger Fehler es war, aus der Laune seines Besitzers herausgefallen zu sein.

Fazit: Was Manager heute von der Sanftmut lernen müssen

Die Lektion des Esels ist keine Lektion der Passivität, sondern der klugen Kalkulation. Bevor Sie zustimmen, widersprechen oder handeln, halten Sie inne. Beobachten Sie die Signale im Raum – nicht nur die verbalen. Der Esel lehrt uns, dass die klügste Antwort manchmal die ist, die man ausspart, um die eigene Kraft für das Wesentliche zu bewahren.

Welche vermeintliche „Sturheit“ Ihres Chefs hat Ihnen heimlich schon einmal geholfen, einen größeren Fehler zu vermeiden? Diskutieren Sie mit uns in den Kommentaren!

Philip Wienberg
Philip Wienberg

Co-founded Germany's first alcohol-free craft beer brand in 2018. Now a freelance Copywriter & Creative Director with 15+ years in top German ad agencies. Led teams of 30+ creatives, winning 100+ awards together - some even for real work, not just the award circuit.

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