Jedes Jahr derselbe Vorsatz: weniger Alkohol. Aber Hand aufs Herz: Wer hält sich wirklich an den kompromisslosen „Dry January“? Ich dachte letztes Jahr, ich sei ein reiner „Social Drinker“, doch die Wahrheit traf mich wie ein Schlag: Ich trank fast die Hälfte der Zeit deutlich zu viel. Wenn Sie sich fragen, wie Sie den Spaß am Feierabendbier oder Glas Wein behalten, aber die schlechten Gefühle am nächsten Morgen eliminieren, dann lesen Sie weiter. Ich habe eine einfache Regel entwickelt, die meinen Konsum halbiert hat, ohne dass ich auf das gesellschaftliche Miteinander verzichten musste.
Die Schock-Statistik: Wie oft Sie WIRKLICH zu viel trinken
Der Weckruf kam, als ich meinen Konsum ehrlich protokollierte. Die Empfehlungen der Gesundheitsbehörden sind streng: Ein Drink pro Tag für Frauen, maximal sieben pro Woche. Bei Partys oder Feiern kippte diese Grenze jedoch beängstigend schnell. Ich überschritt die gesunden Grenzen in 26 von 52 Wochen des letzten Jahres. Das ist die Hälfte davon!
Der Burnout des Verzichts: Warum „Dry January“ scheitert
Mein erster Impuls war, komplett aufzuhören. Doch das klang für mich unrealistisch. Wer liebt nicht das Gefühl, nach einem langen Arbeitstag im Büro einen guten Wein zum Feierabend zu genießen? Kompletter Verzicht führt oft nur zu umso größeren Rückfällen, sobald die erste Einladung kommt. Das bestätigen auch Analysen von Apps wie Reframe: Die meisten Nutzer fahren mit einer moderaten Reduktion besser als mit einem abrupten Stopp.
Ich brauchte einen Mittelweg, der sozial akzeptiert war, aber meine Gesundheitsziele schützte. Die Lösung war keine Enthaltung, sondern ein Tauschprinzip.

Die „One-and-Non“-Regel: Ihr neuer sozialer Superpower
Meine eigene Methode nenne ich die „One-and-Non“-Regel (Ein Drink und dann nicht). Sie ahmt das sogenannte „Zebra-Striping“ nach, das Sie vielleicht schon von der Gen Z gehört haben: Sie wechseln alkoholisches Getränk mit einer alkoholfreien Alternative ab.
Der Knackpunkt liegt im Gefühl des ersten Drinks. Das erste Glas entspannt, hebt die Stimmung. Der zweite Drink beginnt oft schon, Sie müde und anfällig für Kopfschmerzen zu machen. Die Falle des zweiten Bieres ist oft der Grund, warum wir die Wochenlimits sprengen.
So funktioniert das Prinzip:
- Auf ein Glas Wein folgt ein alkoholfreies Sprudelwasser oder ein komplexer Mocktail.
- Nach einem normalen Pilsbier bestellen Sie gezielt ein alkoholfreies Pils.
- Sie genießen das Ritual, Sie bleiben im sozialen Fluss, aber Ihr Körper erhält eine Pause.
Mein Ergebnis? Ich halbierte meinen Konsum im Vergleich zum Vorjahr. Die Tage mit mehr als drei Drinks pro Abend sanken von 19 auf sieben. Die positiven Nebeneffekte waren überraschend stark: besserer Schlaf, weniger Erkältungen und sogar eine leichtere Zeit beim Bauchfett-Verlust.
Soziale Anlässe meistern – auch in Deutschland
Besonders in Deutschland, wo Biergärten und „Feierabendbier“-Kultur tief verwurzelt sind, fühlt sich der soziale Druck oft hoch an. Ich dachte immer, vier Drinks über sechs Stunden verteilt sei okay. Das ist es aber nicht, wenn das Limit bei einem pro Tag liegt.

Der große Vorteil der „One-and-Non“-Regel ist ihre einfache Umsetzung im Alltag:
- Bars & Restaurants: Mittlerweile ist das Angebot an „Zero-Proof“-Cocktails oder alkoholfreien Bieren Standard. Sie müssen nicht unauffällig nachfragen.
- Private Feiern: Die Kultur wandelt sich. Es ist heute völlig normal, entweder nüchtern oder „sober curious“ zu sein. Wer kein alkoholfreies Bier da hat, dem wird oft ein hochwertiger Tonic Water angeboten.
Die Macht der bewussten Absicht
Der vielleicht wichtigste Teil der Regel ist nicht der Tausch selbst, sondern dieAbsicht, die dahintersteckt. Wenn Sie sich aktiv vornehmen, nach dem ersten Glas ein alkoholfreies Getränk zu ordern, stoppen Sie automatisch die automatische Weitergabe des zweiten Drinks.
Ich habe gemerkt, dass ich besonders bei langen Events wie Wanderungen (wo ich mir nach 18 km einen Negroni „verdient“ hatte) oder an Feiertagen aus der Bahn flog. Wenn Sie diese Muster erkennen, können Sie im Vorfeld planen, Ihre alkoholfreien Alternativen mitzubringen oder bewusst zu ordern.
Weniger trinken bringt greifbare Vorteile – mehr Energie, bessere Laune und ein bisschen Ersparnis beim nächsten Einkauf im Supermarkt. Das ist doch ein Grund, darauf anzustoßen! Oder sehen Sie das anders? Wann ertappen Sie sich selbst dabei, den zweiten oder dritten Drink ohne nachzudenken zu bestellen?









