Sie kennen die Bilder: Die goldene Bucht La Concha, die weltberühmte Tapas-Szene. San Sebastián galt als das ultimative baskische Paradies. Mein Mann und ich waren überzeugt und buchten einen kompletten Monat – ein kapitaler Fehler, wie sich herausstellte.
Wir verließen die Stadt früher als geplant und verschenkten damit buchstäblich Tausende von Euros an unserer Unterkunft. Aber die verlorene Zeit war uns wichtiger als das Geld. Bevor Sie Ihren nächsten langen Spanien-Trip planen, lesen Sie, was wir über diesen Hype-Spot schmerzlich lernen mussten.
Die Illusion der ewigen Entdeckung: Warum 4 Tage genug waren
Zu Beginn war alles perfekt. Unsere Airbnb-Wohnung lag nur Minuten vom Strand entfernt, die Kopfsteinpflastergassen der Altstadt lockten. Wir spazierten täglich, probierten die ersten Pinchos und lernten ein paar Worte Euskara. Die ersten vier Tage fühlten sich an, als würden wir dem perfekten Urlaub nachjagen.
Doch dann setzte der Realitätscheck ein. Wir hatten das Gefühl, das komplette Programm abgehakt zu haben. Die Stadt ist wunderschön, aber sie ist klein und kompakt. Für uns, die wir gerade erst aus Metropolen wie Paris kamen, entpuppte sich die Idylle schnell als ein überschaubares Wochenendziel.

Der Touristen-Tsunami im Hochsommer
Wir waren im Juni dort – natürlich Hochsaison. Was wir auf Dutzenden Reiseblogs ignoriert hatten: Die Massen.
- Es war unmöglich, ohne Drängelei eine Kirche zu betreten.
- Einen Platz am Playa de La Concha zu finden, fühlte sich an wie eine olympische Disziplin.
- Die Warteschlange für die Seilbahn auf den Monte Igueldo war so lang, dass wir auf die berühmte Aussicht verzichteten.
Wir versuchten, mit einem Tagesausflug nach Bilbao (Hallo, riesige Blumen-Welpe von Jeff Koons!) gegenzusteuern. Das hat geholfen, aber es hat die Lücke nicht gefüllt. Wir saßen in San Sebastián fest, obwohl wir innerlich schon weitergezogen waren.
Der vegane Albtraum in der Pinchos-Hauptstadt
Hier kommt der Punkt, der viele von euch betreffen könnte, besonders wenn ihr spezielle Ernährungsweisen habt. San Sebastián ist berühmt für seine Pintxos. Das sind diese kleinen, kunstvollen Häppchen, die man auf einer Theke findet.
Mein Mann und ich ernähren uns hauptsächlich vegan, mit gelegentlichem Fisch. Was wir feststellen mussten: Die baskische Küche ist extrem fleisch- und käselastig.
Nach Tagen des Ausweichens waren wir auf ein Trio aus Thunfisch aus der Dose, Paprika und Tapenade reduziert. Es war fast schon komisch, wie repetitiv unser Speiseplan wurde. Wir hätten die kulinarische Szene besser recherchieren müssen, anstatt anzunehmen, dass Fusion-Küche überall selbstverständlich sei.

Mein Tipp:** Sucht frühzeitig nach spezifischen Orten. Wir fanden zum Glück das „Mapa Verde“ – ein kleines Juwel mit unglaublich günstigen veganen Gerichten (2 Euro für ein Glas Wein!). Das hat uns gerettet, aber es brauchte Recherche, nicht nur spontanes Flanieren.
Der finanzielle Schmerz: Warum wir trotzdem früher abreisten
Der Bruchpunkt war erreicht. Wir hätten unseren Aufenthalt auf drei bis maximal fünf Tage kürzen sollen. Das reicht, um die Schönheit zu sehen und die Hauptattraktionen abzugrasen.
Wir kündigten unsere verbleibende Miete. Da wir außerhalb der Stornierungsfristen waren, kostete uns das den Restbetrag für fast drei Wochen – mehrere Tausend! Trotz des finanziellen Verlusts war es die richtige Entscheidung. Zeit ist nun mal nicht ersetzbar.
San Sebastián ist fabelhaft, wenn man zur richtigen Zeit kommt und wenn man die lokale Küche liebt. Aber es ist kein Ort, auf den man sich für einen ganzen Monat ohne detaillierte Tagesausflugsplanung einlässt.
Was ist eure Meinung? Hattet ihr auch schon einmal einen längeren Urlaubsort, der sich schneller erschöpft hat, als ihr dachtet?









