Die Astronauten der Artemis 2 sind zurück – ein technischer Erfolg, den die NASA mit großem Pomp zelebriert hat. Doch wenn Sie dachten, wir stehen kurz vor dem nächsten großen Schritt zum Mond, sollten Sie jetzt genauer hinschauen. Denn hinter dem Glanz dieses Erfolgs verbirgt sich eine ernüchternde Wahrheit über den Stand der bemannten Raumfahrt: Es bewegt sich erstaunlich wenig.
Warum dieser Flug, obwohl er reibungslos lief, uns der bemannten Landung 2028 nicht wirklich näherbringt, und warum Europa gerade einen bitteren Stich in den Rücken bekommen hat. Viele übersehen, dass ein erfolgreicher Testflug nicht automatisch den Weg für die eigentliche Landefähre ebnet.
Artemis 2: Ein perfekter PR-Ballon, aber wofür?
Der Start der riesigen SLS-Rakete war ein Spektakel, das Design der „Orion“-Kapsel beeindruckend. Die vierköpfige Besatzung – gemischt in Geschlecht und Herkunft – sendete fantastische Bilder der „dunklen Seite des Mondes“ und der Erde zurück. Ich muss zugeben, diese Aufnahmen sind Gänsehaut pur. Nach einem halben Jahrhundert war es wieder ein Mensch, der die Erde als Ganzes vor sich sah, nicht nur die ISS-Astronauten, die einen winzigen Ausschnitt aus 400 Kilometern Höhe fotografieren.
Dieser Erfolg hat Kritikern der milliardenschweren Nasa-Programme zwar kurzzeitig den Wind aus den Segeln genommen, aber das eigentliche Problem sitzt tiefer.
Das Dilemma der Mond-Taxis: Musk wartet auf SpaceX
Die Nasa hat bewiesen, dass ihr „Orion/SLS-Konzept“ prinzipiell funktioniert. Aber die Landung am Zielort ist das A und O. Und hier klafft eine riesige Lücke, die oft ignoriert wird.

Das ist das Kernproblem: Es gibt schlicht keine einsatzbereite Mondlandefähre.
- SpaceX’s Starship hat zwar mehrmals getestet, aber die **Betankung im Orbit** – ein Muss für den Mondflug – ist noch Zukunftsmusik.
- Blue Origin, Jeff Bezos‘ Konkurrent, ist laut Berichten sogar noch weiter zurück.
- Die ursprünglich geplante Raumstation „Gateway“ wurde auf Eis gelegt, was den Zeitplan kaum beschleunigt hat.
Wir reden hier von einem Zeitfenster, das selbst die Vision von Kennedy in den 60ern (Landung in den letzten Jahren des Jahrzehnts) fast sprengt. Aktuell erscheint 2028, das von Trump anvisierte Ziel, fast utopisch.
Europa im Abseits: Der Deal, der platzt
Wenn Sie in Deutschland oder Österreich planen, bald europäische Astronauten auf dem Mond zu sehen – vergessen Sie es. Hier hat die ESA (Europäische Weltraumorganisation) einen folgenschweren Fehler gemacht, der uns jetzt auf die Füße fällt.
Europa lieferte stolz Komponenten für das Gateway, darunter das Versorgungsmodul „Esprit“. Im Gegenzug versprachen die USA Matthias Maurer und Alexander Gerst einen Mitflug zum Mond. Nun der Schock: Die Nasa hat das Gateway „vorerst“ gestrichen. Das ist mehr als nur eine Verschiebung; das ist ein schwerer Vertrauensbruch.
Was passiert jetzt mit den fertigen Modulen? Die ESA sitzt auf teuren Teilen, die für das Gateway gedacht waren. Man fragt sich in Fachkreisen, ob diese nun rudimentär für eine Oberflächenbasis umgebaut werden – oder ob Europa bald nur noch Fracht für eine rein amerikanische Mission transportiert.

Ein Astronom aus Harvard merkte kühl an, dass die Nasa-Führung internationalen Partnern **weniger Wert** beimesse. Das ist die kalte Dusche nach Jahren der Kooperation.
Praktischer Wert: Was wir aus der Verzögerung lernen können
Der Fortschritt in der bemannten Raumfahrt ähnelt einem Marathon, der von Bürokratie und überteuerten Eigenentwicklungen gebremst wird. Das SLS ist ein Paradebeispiel: Eine Weiterentwicklung alter Shuttle-Technik, die über ein Jahrzehnt brauchte und horrende Summen verschlang.
Ihr Mitnahme-Tipp für alle, die Fortschritt erwarten: Seien Sie skeptisch bei frühen Datumsangaben politischer Versprechen. Die Entwicklung komplexer Systeme – egal ob Rakete oder die neue Wärmepumpe, die Sie gerade installieren lassen – dauert in der Realität immer deutlich länger als auf dem Papier. Die Nasa liefert nach dem Artemis 2-Erfolg zwar jetzt wieder eine Blaupause, aber die kritischen Untersysteme (Lander, Betankung) sind noch nicht zertifiziert.
Am Ende ist die bemannte Raumfahrt ein politisches Spiel. Wenn der nächste US-Präsident die Partei wechselt, könnte die gesamte Mondbasis-Vision wieder auf dem Holzweg landen. Und solange die Taxis nicht fahren, bleibt es bei einer schönen Wiederholung der alten Apollo-Ära – aber eben nur im Orbit.
Was denken Sie: Ist der Mondflug 2028 noch realistisch, oder kassiert China uns bis dahin ein? Schreiben Sie es in die Kommentare!








