Stellen Sie sich vor: Sie leiten ein Milliardenunternehmen, und plötzlich wird Ihr Alltag zur Hölle. Genau das erlebt Walter Gunz, Mitgründer von MediaMarkt. Statt neuer Quartalszahlen kämpft er jetzt um das Leben eines Wals, und er nennt die Aktion offen ein „Horrorprogramm“. Wenn Sie dachten, Sie wüssten, was Stress ist – lesen Sie weiter, denn dieser Einsatz zeigt, welche Opfer hinter tatsächlichem Engagement stecken.
Warum ein Wal sein „Wohlfühlprogramm“ zerstört hat
Walter Gunz ist Multimillionär, jemand, der es gewohnt ist, Dinge zu managen und zu kontrollieren. Doch der gestrandete Buckelwal „Timmy“, der seit Wochen in den deutschen Gewässern gefangen ist, hat ihm den letzten Nerv geraubt. Im Gespräch mit der *Neuen Osnabrücker Zeitung* wurde klar, wie tief ihn dieser Fall emotional trifft.
Warum macht ein Mann, der schon alles erreicht hat, diesen Marathon durch? Gunz‘ Erklärung ist entwaffnend einfach und gleichzeitig erschreckend für unser modernes Konsumverhalten:

- Ethische Pflicht: „Ich habe mich einfach verantwortlich gefühlt, hier etwas zu tun“, so Gunz.
- Opfer menschlichen Versagens: Er sieht Timmy nicht als Unglück, sondern als „Opfer des Irrsinns, der Profitgier und der unüberlegten Handlungen des Menschen“.
Dieser Wal ist für ihn zum Symbol geworden. Ein Symbol dafür, dass wir oft unbedacht handeln, ohne die Konsequenzen zu bedenken. Ein Gedanke, der uns alle im Alltag betreffen könnte, wenn wir mal wieder schnell und günstig einkaufen (denken Sie nur an die unnötigen Plastikverpackungen, die Sie im letzten Supermarktbesuch ignoriert haben).
Der logistische Albtraum: Schwerer als MediaMarkt gründen
Wer glaubt, die Gründung eines Elektronikriesen sei das härteste, irrt sich gewaltig. Gunz selbst vergleicht die Walrettung und konkludiert: Die Gründung von MediaMarkt sei im Vergleich dazu „ein Spaziergang“ gewesen.
Ein 40-köpfiges Team arbeitet unter Hochdruck daran, den Wal minimalinvasiv zu versetzen. Das bedeutet:
- Der Wal muss auf einen Ponton gehoben werden.
- Der Transport in die Nordsee muss sichergestellt werden.
- Ständige medizinische Überwachung ist essenziell.
Für den Millionär bedeutet das: Weniger als vier Stunden Schlaf pro Nacht, Hunderte von Mails und täglich über 70 Anrufe. Das ist kein Hobby, das ist ein Vollzeit-Krieg gegen die Bürokratie und die Natur.

Ihre Rolle in der „50/50“-Chance
Experten geben dem Wal nur eine Überlebenschance von „50/50“. Das ist der Moment, in dem der Druck am größten wird. Gunz wehrt sich gegen jede Heldenverehrung – er will einfach, dass es klappt. Es geht nicht um Ruhm, sondern darum, eine Verantwortung wahrzunehmen, die viele von uns lieber an jemand anderen delegieren würden.
Seine Partnerin fasst die Situation gnadenlos zusammen: „Entweder wir schaffen das und der Wal kommt in den Atlantik oder wir schaffen es nicht und der Wal kommt in den Himmel.“ Das ist die bittere Realität, wenn man sich entscheidet, nicht wegzusehen.
Hier liegt die Lektion für uns alle, besonders wenn wir uns im Alltag mit kleinen Problemen beschäftigen: Manchmal muss man seine Komfortzone komplett verlassen, um das Richtige zu tun. Welche Verantwortung, die Sie bisher ignoriert haben, könnte sich hinter den Kulissen als Ihr persönliches „Horrorprogramm“ entpuppen?









